Matthäus

 

Kapitel 1

 

1 Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.

 

2 Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte Jakob, Jakob zeugte Juda und seine Brüder,

 

3 Juda zeugte Perez und Serach von der Tamar, Perez zeugte Hezron, Hezron zeugte Aram,

 

4 Aram zeugte Amminadab, Amminadab zeugte Nachschon, Nachschon zeugte Salmon,

 

5 Salmon zeugte Boas von der Rahab, Boas zeugte Obed von der Rut, Obed zeugte Isai,

 

6 Isai zeugte David, den König. David zeugte Salomo von der Frau des Urija,

 

7 Salomo zeugte Rehabeam, Rehabeam zeugte Abija, Abija zeugte Asaf,

 

8 Asaf zeugte Joschafat, Joschafat zeugte Joram, Joram zeugte Usija,

 

9 Usija zeugte Jotam, Jotam zeugte Ahas, Ahas zeugte Hiskija,

 

10 Hiskija zeugte Manasse, Manasse zeugte Amos, Amos zeugte Joschija,

 

11 Joschija zeugte Jojachin und seine Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon.

 

12 Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jojachin Schealtiël, Schealtiël zeugte Serubbabel,

 

13 Serubbabel zeugte Abihud, Abihud zeugte Eljakim, Eljakim zeugte Azor,

 

14 Azor zeugte Zadok, Zadok zeugte Achim, Achim zeugte Eliud,

 

15 Eliud zeugte Eleasar, Eleasar zeugte Mattan, Mattan zeugte Jakob,

 

16 Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der Jesus geboren wurde, der Christus genannt wird.

 

17 Alle Generationen von Abraham bis David sind also vierzehn Generationen, und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Generationen, und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus vierzehn Generationen.

 

18 Mit der Geburt Jesu Christi aber verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria dem Josef verlobt war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war vom Heiligen Geist.

 

19 Josef aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sie heimlich zu entlassen.

 

20 Als er dies aber bei sich erwog, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, ist vom Heiligen Geist.

 

21 Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erretten.

 

22 Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was vom Herrn durch den Propheten gesagt worden ist, der spricht:

 

23 Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

 

24 Als Josef aber vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich,

 

25 und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus.

 

Kapitel 2

1 Als aber Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Magier aus dem Morgenland nach Jerusalem

 

2 und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.

 

3 Als der König Herodes das hörte, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm,

 

4 und er versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.

 

5 Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten:

 

6 Und du, Bethlehem, Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.

 

7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erforschte genau von ihnen die Zeit, wann der Stern erschienen war,

 

8 und sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, so meldet es mir, damit auch ich komme und es anbete.

 

9 Als sie den König gehört hatten, zogen sie hin; und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er kam und über dem Ort stand, wo das Kind war.

 

10 Als sie den Stern sahen, freuten sie sich mit sehr großer Freude.

 

11 Und sie gingen in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

 

12 Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg in ihr Land zurück.

 

13 Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen.

 

14 Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht und zog nach Ägypten,

 

15 und er blieb dort bis zum Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.

 

16 Als Herodes nun sah, dass er von den Magiern betrogen worden war, wurde er sehr zornig und sandte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet töten, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.

 

17 Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der spricht:

 

18 Eine Stimme wurde in Rama gehört, viel Weinen und Klagen: Rahel beweint ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie sind nicht mehr.

 

19 Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Josef im Traum in Ägypten

 

20 und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben.

 

21 Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter und kam in das Land Israel.

 

22 Als er aber hörte, dass Archelaus in Judäa König war anstelle seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen; und im Traum gewarnt, zog er in das Gebiet von Galiläa

 

23 und kam und wohnte in einer Stadt mit Namen Nazareth, damit erfüllt würde, was durch die Propheten gesagt ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

 

Kapitel 3

1 In jenen Tagen aber tritt Johannes der Täufer auf und predigt in der Wüste von Judäa

 

2 spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

 

 

3 Denn dieser ist es, von dem durch den Propheten Jesaja gesagt wurde: Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade.

 

4 Johannes selbst aber hatte sein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Nahrung aber waren Heuschrecken und wilder Honig.

 

5 Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan,

 

6 und sie ließen sich von ihm im Jordanfluss taufen und bekannten ihre Sünden.

 

7 Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezücht, wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?

 

8 Bringt also Frucht, die der Buße würdig ist,

 

9 und meint nicht, bei euch selbst sagen zu können: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag aus diesen Steinen dem Abraham Kinder zu erwecken.

10 Schon aber liegt die Axt an der Wurzel der Bäume; jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

 

11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.

 

12 Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.

 

13 Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.

 

14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?

 

15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu.

 

16 Als aber Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel öffneten sich, und er sah Geist Gottes wie eine Taube herabkommen  auf ihn kommen.

 

17 Und siehe, eine Stimme aus den Himmeln sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

 

Kapitel 4

 

1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden.

 

2 Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn danach.

 

3 Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden.

 

4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes geht.

 

5 Da nahm ihn der Teufel mit in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels

 

6 und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

 

7 Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.

 

8 Wiederum nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit

 

9 und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.

 

10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein zu verehren.

 

11 Da verließ ihn der Teufel, und siehe, Engel traten herzu und umsorgeten ihm.

 

12 Als er aber hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, zog er sich nach Galiläa zurück.

 

13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kafarnaum am See, im Gebiet von Sebulon und Naftali,

 

14 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der da spricht:

 

15 Land Sebulon und Land Naftali, am Weg des Meeres, jenseits des Jordan, Galiläa der Heiden

 

16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land und Schatten des Todes saßen, ist ein Licht aufgegangen.

 

17 Von da an begann Jesus zu predigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

 

18 Als er aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder, die ein Netz ins Meer warfen; denn sie waren Fischer.

 

19 Und er sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen.

 

20 Sie aber verließen sogleich die Netze und folgten ihm nach.

 

21 Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze instand setzten, und er rief sie.

 

22 Sie aber verließen sogleich das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.

 

23 Und er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.

 

24 Und die Kunde von ihm ging aus in ganz Syrien; und man brachte zu ihm alle, die an mancherlei Krankheiten litten und von Qualen geplagt waren, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie.

 

25 Und es folgten ihm große Volksmengen aus Galiläa, der Dekapolis, Jerusalem, Judäa und von jenseits des Jordan.

 

Kapitel 5

 

1 Als er aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg, und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm;

 

2 und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

 

3 Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.

 

4 Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

 

5 Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.

 

6 Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.

 

7 Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

 

8 Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

 

9 Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

 

10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich.

 

11 Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse [lügnerisch] gegen euch reden um meinetwillen.

 

12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn so haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

 

13 Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz fade wird, womit soll man salzen? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.

 

14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben;

 

15 auch zündet man nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, und sie leuchtet allen, die im Hause sind.

 

16 So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater in den Himmeln preisen.

 

17 Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

 

18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht ein Jota oder ein Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.

 

19 Wer nun eines dieser geringsten Gebote auflöst und die Menschen so lehrt, wird der Geringste im Himmelreich heißen; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.

 

20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht reichlicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr keinesfalls in das Himmelreich eingehen.

 

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, wird dem Gericht verfallen sein.

 

22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka, wird dem Hohen Rat verfallen sein; wer aber sagt: Du Narr, wird der Hölle des Feuers verfallen sein.

 

23 Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

 

24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuerst hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar.

 

25 Sei deinem Gegner rasch wohlgesinnt, solange du mit ihm auf dem Wege bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter übergibt und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen wirst;

 

26 wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort keinesfalls herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlt hast.

 

27  Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen.

 

28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon in seinem Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.

 

29 Wenn aber dein rechtes Auge dich zum Anstoß wird, so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder zugrunde geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

 

30 Und wenn deine rechte Hand dir zum Anstoß wird, so hau sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder zugrunde geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle fährt.

 

31 Es ist aber gesagt: Wer seine Frau entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief.

 

32 Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt, außer wegen Unzucht, macht, dass mit ihr die Ehe gebrochen wird, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.

 

33 Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid schwören, sondern dem Herrn deine Eide halten.

 

34 Ich aber sage euch, gar nicht zu schwören: weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,

 

35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs;

 

36 auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen.

 

37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.

 

38 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn.

 

39 Ich aber sage euch, dem Bösen nicht zu widerstehen; sondern wer dich auf deine rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin;

 

40und dem, der mit dir rechten und dein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel;

 

41 und wer dich eine Meile weit nötigt, mit dem geh zwei.

 

42 Dem, der dich bittet, gib, und von dem, der von dir borgen will, wende dich nicht ab.

 

43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

 

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

 

45 damit ihr Söhne eures Vaters in den Himmeln werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

 

46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?

 

47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden dasselbe?

 

48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

 

Kapitel 6

 

1 Habt acht darauf, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden; andernfalls habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.

 

2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Menschen gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.

 

3Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine Rechte tut,

 

4 damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Straßenecken zu stehen und zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.

 

6 Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ deine Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden um ihrer vielen Worte willen erhört.

 

8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet.

 

9 So sollt ihr nun beten: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name;

 

10 dein Reich komme; dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

 

11 Unser tägliches Brot gib uns heute;

 

12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben;

 

13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. 

 

14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben;

 

15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

 

16 Wenn ihr aber fastet, sollt ihr nicht finster dreinschauen wie die Heuchler; denn sie entstellen ihre Gesichter, damit sie vor den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon empfangen.

 

17Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,

 

18 damit du nicht vor den Menschen als Fastender erscheinst, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

19 Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Fraß sie zerstören und wo Diebe einbrechen und stehlen;

 

20 sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß sie zerstören und wo Diebe nicht einbrechen und nicht stehlen.

 

21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.

 

22 Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, wird dein ganzer Leib licht sein;

 

23  wenn aber dein Auge böse ist, wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!

 

24 Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

 

25 Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen [oder was ihr trinken] werdet, noch um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

 

26 Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

 

27 Wer von euch kann durch sein Sorgen seiner Lebenslänge auch nur eine Elle hinzufügen?

 

28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.

 

29  Ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen.

 

30 Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen?

 

31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden?

 

32 Denn nach alledem trachten die Heiden; euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr all dies braucht.

 

33 Trachtet aber zuerst nach dem Reich und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugegeben werden.

 

34 Darum sorgt euch nicht um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt dem Tag seine eigene Plage.

 

Kapitel 7

 

1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet;

 

2 denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch gemessen werden.

 

3 Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken in deinem eigenen Auge aber bemerkst du nicht?

 

4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, der Balken ist in deinem Auge?

 

5 Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.

 

6 Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie sie nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.

 

7 Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden.

 

8 Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan werden.

 

9 Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn ihn sein Sohn um Brot bittet, ihm einen Stein geben wird?

 

10 Oder wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange geben wird?

 

11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen Gutes geben, die ihn bitten.

 

12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen; denn das ist das Gesetz und die Propheten.

 

13 Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die durch sie hineingehen.

 

14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.

 

15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.

 

16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?

 

17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der faule Baum aber bringt schlechte Früchte.

 

18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen.

 

19 Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

 

20 Also, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

 

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut.

 

22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?

 

23 Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr die Gesetzlosigkeit wirkt.

 

24 Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, wird einem klugen Mann gleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.

 

25 Und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürzten sich auf jenes Haus, und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet.

 

26 Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, der sein Haus auf den Sand baute.

 

27 Und der Platzregen fiel herab, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und prallten an jenes Haus, und es fiel, und sein Fall war groß.

 

28 Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, dass die Volksmengen über seine Lehre erstaunt waren;

 

29 denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.

 

Kapitel 8

 

1 Als er aber vom Berg herabstieg, folgten ihm große Volksmengen.

 

2 Und siehe, ein Aussätziger kam herzu, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.

 

3 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will es, sei gereinigt! Und sogleich wurde sein Aussatz gereinigt.

 

4 Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, dass du es niemandem sagst; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bringe die Gabe dar, die Mose angeordnet hat, ihnen zum Zeugnis.

 

5 Als er aber nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn

 

6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt gelähmt im Hause und wird furchtbar gequält.

 

7 Und er sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen.

 

 8 Der Hauptmann aber antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach eingehst; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht geheilt werden.

 

 9 Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir; und sage ich zu diesem: Geh hin!, so geht er; und zu einem anderen: Komm!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.

 

10 Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm folgten: Wahrlich, ich sage euch: Bei niemandem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.

 

11 Ich sage euch aber: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tische liegen;

 

12 die Söhne des Reiches aber werden hinausgeworfen werden in die äußerste Finsternis; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

 

13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde geheilt in jener Stunde.

 

14 Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er dessen Schwiegermutter darniederliegen und fiebern;

 

15 und er rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ sie; und sie stand auf und diente ihm.

 

16 Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch ein Wort und heilte alle Kranken,

 

17 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: Er nahm unsere Schwachheiten auf sich und trug unsere Krankheiten.

 

18 Als aber Jesus eine Volksmenge um sich sah, befahl er, ans jenseitige Ufer zu fahren.

 

19 Und ein Schriftgelehrter trat herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst.

 

20 Und Jesus spricht zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.

 

 21 Ein anderer aber von seinen Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben.

 

22 Jesus aber spricht zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben.

 

23 Und als er in das Boot stieg, folgten ihm seine Jünger.

 

24 Und siehe, ein großer Sturm erhob sich auf dem See, sodass das Boot von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief.

 

25 Und sie traten herzu, weckten ihn und sprachen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!

 

26 Und er spricht zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, bedrohte die Winde und den See, und es entstand eine große Stille.

 

27 Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für einer, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?

 

28 Und als er ans jenseitige Ufer kam, in das Gebiet der Gadarener, begegneten ihm zwei Besessene, die aus den Grabstätten herauskamen, überaus gefährlich, sodass niemand auf jenem Weg vorbeigehen konnte.

 

29 Und siehe, sie schrien und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, uns vor der Zeit zu quälen?

 

30 Es war aber fern von ihnen eine große Herde Schweine auf der Weide.

 

 31  Die Dämonen aber baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so sende uns in die Schweineherde.

 

32 Und er sprach zu ihnen: Fahrt hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine; und siehe, die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See, und sie kamen in den Fluten um.

 

33 Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und berichteten alles, auch das von den Besessenen.

 

34 Und siehe, die ganze Stadt zog hinaus, Jesus entgegen; und als sie ihn sahen, baten sie ihn, dass er aus ihrem Gebiet weggehe.

 

Kapitel 9

 

1 Und er stieg in ein Boot, fuhr hinüber und kam in seine eigene Stadt.

 

2 Und siehe, sie brachten einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bett lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben.

 

3 Und siehe, einige der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott.

 

4 Und da Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Böses in euren Herzen?

 

5 Denn was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?

 

6 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben – da sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus.

 

7 Und er stand auf und ging in sein Haus.

 

8 Als aber die Volksmengen das sahen, fürchteten sie sich und priesen Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat.

 

9 Und als Jesus von dort weiterging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der Matthäus hieß, und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.

 

10 Und es geschah, als er im Hause zu Tisch lag, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und lagen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch.

 

11 Und als die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern?

 

12 Er aber hörte es und sprach: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.

 

13 Geht aber hin und lernt, was das bedeutet: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.

 

14 Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht?

 

15 Und Jesus sprach zu ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird, und dann werden sie fasten.

 

16 Niemand setzt einen Flicken von ungewalktem Tuch auf ein altes Gewand; denn der Flicken reißt vom Gewand ab, und der Riss wird schlimmer.

 

17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche, der Wein wird verschüttet, und die Schläuche verderben. Sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, und beide bleiben erhalten.

 

18 Während er dies zu ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben.

 

19 Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.

 

20 Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre am Blutfluss litt, trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes;

 

21 denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand berühre, werde ich gerettet.

 

22 Jesus aber wandte sich um, sah sie und sprach: Sei getrost, Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Und die Frau war gerettet von jener Stunde an.

 

23 Und als Jesus in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menge sah,

 

24 sprach er: Geht hinaus! Denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie lachten ihn aus.

 

25 Als aber die Menge hinausgetrieben war, ging er hinein, ergriff ihre Hand, und das Mädchen stand auf.

 

26 Und diese Kunde verbreitete sich in jenem ganzen Land.

 

 27 Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Sohn Davids!

 

28 Als er aber ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm, und Jesus sprach zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich dies tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr.

 

29 Da berührte er ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben.

 

30 Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus fuhr sie streng an und sprach: Seht zu, dass es niemand erfahre!

 

31 Sie aber gingen hinaus und machten ihn in jenem ganzen Land bekannt.

 

32 Als sie aber hinausgingen, siehe, da brachte man einen stummen Menschen zu ihm, der von einem Dämon besessen war.

 

33 Und als der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und die Volksmengen verwunderten sich und sprachen: Noch nie ist solches in Israel gesehen worden.

 

34 Die Pharisäer aber sprachen: Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

 

35 Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.

 

36 Als er aber die Volksmengen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren erschöpft und hingestreckt wie Schafe, die keinen Hirten haben.

 

37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, die Arbeiter aber sind wenige.

 

38  Bittet also den Herrn der Ernte, dass er seine Arbeiter in die Ernte aussende.

 

Kapitel 10

 

1 Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.

 

2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: zuerst Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder, und Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder,

 

 3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,

 

4 Simon, der Kananäer, und Judas Iskariot, der ihn auch verriet.

 

 5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht auf den Weg der Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter hinein;

 

6 geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

 

7 Geht aber hin und verkündet: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

 

8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus; umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es.

 

 9 Verschafft euch weder Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel,

 

10 keine Tasche für den Weg, auch nicht zwei Gewänder, keine Schuhe und keinen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.

 

11 In welche Stadt oder welches Dorf ihr aber kommt, da erkundigt euch, wer darin würdig ist; und dort bleibt, bis ihr weiterzieht.

 

12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es;

 

13 und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede über es; ist es aber nicht würdig, so kehre euer Friede zu euch zurück.

 

14 Und wer euch nicht aufnimmt und eure Worte nicht hört, aus dessen Haus oder Stadt geht hinaus und schüttelt den Staub von euren Füßen.

 

15 Wahrlich, ich sage euch: Dem Land Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als jener Stadt.

 

16 Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; seid darum klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.

 

17 Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen euch geißeln;

 

18 und vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.

 

19 Wenn sie euch aber ausliefern, so sorgt euch nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt;

 

20 denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet.

 

21 Es wird aber ein Bruder den Bruder zum Tode ausliefern und ein Vater das Kind, und Kinder werden sich gegen die Eltern erheben und sie töten.

 

22 Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen; wer aber bis ans Ende ausharrt, der wird gerettet werden.

 

23 Wenn sie euch aber in dieser Stadt verfolgen, so flieht in eine andere; denn wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis der Menschensohn kommt.

 

24 Der Jünger steht nicht über dem Lehrer noch der Knecht über seinem Herrn.

 

25 Es genügt dem Jünger, dass er werde wie sein Lehrer, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausherrn Beelzebul genannt, wie viel mehr seine Hausgenossen!

 

26 Fürchtet euch also nicht vor ihnen; denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.

 

27 Was ich euch im Dunkeln sage, das redet im Licht; und was ihr ins Ohr hört, das verkündet auf den Dächern.

 

28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann.

 

29 Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne euren Vater.

 

30 Bei euch aber sind sogar alle Haare des Hauptes gezählt.

 

31 Fürchtet euch also nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.

 

32 Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater in den Himmeln;

 

33 wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln.

 

34 Meint nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

 

35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter,

 

36und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein.

 

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; 38und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.

 

39 Wer sein Leben findet, wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. 40Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

 

41 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten empfangen.

 

42 Und wer einem dieser Kleinen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Er wird seinen Lohn nicht verlieren.

 

Kapitel 11

 

1 Und es geschah, als Jesus die Unterweisung seiner zwölf Jünger vollendet hatte, zog er von dort weiter, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.

 

2 Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er durch seine Jünger

 

 3 und ließ ihm sagen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?

 

4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:

 

5 Blinde sehen wieder und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, und Tote werden auferweckt und Armen wird das Evangelium verkündet;

 

 6 und selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

 

7 Als diese aber weggingen, begann Jesus zu den Volksmengen über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu schauen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird?

 

8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, in weiche Kleider gehüllt? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige.

 

9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, und mehr als einen Propheten.

 

10 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.

 

11 Wahrlich, ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer erstanden als Johannes der Täufer; aber der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

 

12 Von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und Gewalttätige reißen es an sich.

 

13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis auf Johannes geweissagt;

 

14 und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elia, der kommen soll.

 

15 Wer Ohren hat, der höre.

 

16 Wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen

 

17 und sagen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht gewehklagt.

 

18 Denn Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht, und sie sagen: Er hat einen Dämon.

 

19 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder. Und die Weisheit ist gerechtfertigt worden aus ihren Werken.

 

20 Dann begann er die Städte zu schelten, in denen seine meisten Machttaten geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten:

 

21 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche Buße getan.

 

22 Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch.

 

23 Und du, Kapernaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades wirst du hinabfahren; denn wenn in Sodom die Machttaten geschehen wären, die in dir geschehen sind, es stünde noch bis heute.

 

24 Doch ich sage euch: Dem Land Sodom wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.

 

25 Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es Unmündigen offenbart hast.

 

26 Ja, Vater, denn so hat es dir wohlgefallen.

 

 27 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.

 

 28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Ruhe geben.

 

 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen;

 

30 denn mein Joch ist sanft, und meine Fracht ist leicht.

 

 

Kapitel 12

 

1 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder; seine Jünger aber hungerte, und sie begannen, Ähren abzureißen und zu essen.

 

2 Als die Pharisäer das sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist.

 

3 Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte,

 

4 wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, die weder er noch die bei ihm waren essen durften, sondern allein die Priester?

 

5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?

 

 6 Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.

 

7 Hättet ihr aber erkannt, was das heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.

 

8 Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

 

9 Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.

 

10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? – damit sie ihn anklagen könnten.

 

11 Er aber sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der ein einziges Schaf hat, und wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?

 

12 Wie viel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.

 

13 Dann spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere.

 

14 Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, wie sie ihn umbrächten.

 

15 Als aber Jesus das erkannte, zog er sich von dort zurück. Und viele Volksmengen folgten ihm, und er heilte sie alle

 

16 und gebot ihnen, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten,

 

17 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht:

 

18 Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden.

 

19 Er wird nicht streiten noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören.

 

20 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt.

 

21 Und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.

 

22 Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah.

 

23 Und alles Volk entsetzte sich und sprach: Ist dieser etwa der Sohn Davids?

 

24 Als aber die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen.

 

25 Da er aber ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, wird nicht bestehen.

 

26 Und wenn der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins; wie soll dann sein Reich bestehen?

 

27 Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.

 

28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.

 

29 Oder wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Dann erst wird er sein Haus plündern.

 

30 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

 

31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden.

 

32 Und wer ein Wort gegen den Menschensohn redet, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.

 

33 Entweder macht den Baum gut, so ist auch seine Frucht gut, oder macht den Baum faul, so ist auch seine Frucht faul; denn an der Frucht erkennt man den Baum.

 

34 Ihr Otterngezücht, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz überfließt, davon redet der Mund.

 

35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor.

 

3 6Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden werden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen;

 

37 denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verurteilt werden.

 

38 Da antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen.

 

39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.

 

40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Meeresungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.

 

41 Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin, und siehe, hier ist mehr als Jona.

 

42 Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten mit diesem Geschlecht und wird es verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo.

 

43 Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, durchzieht er wasserlose Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht.

 

44 Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich ausgezogen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gefegt und geschmückt.

 

45 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die böser sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort; und es wird mit jenem Menschen am Ende ärger als am Anfang. So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen.

 

 46 Während er noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden.

 

 48 Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?

 

49 Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder!

 

50 Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

 

Kapitel 13

 

1 An jenem Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer;

 

2 und es versammelten sich viele Volksmengen zu ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und die ganze Menge stand am Ufer.

 

3 Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen.

 

4 Und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.

 

5 Anderes aber fiel auf das Felsige, wo es nicht viel Erde hatte, und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte;

 

6 als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.

 

7 Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.

 

8 Anderes aber fiel auf das gute Land und brachte Frucht, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig, das andere dreißigfältig.

 

9 Wer Ohren hat, der höre.

 

10 Und die Jünger traten hinzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?

 

11 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen, jenen aber ist es nicht gegeben.

 

12 Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat.

 

13 Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch verstehen,

 

14 und an ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas, die sagt: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und nicht erkennen.

 

15 Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie verschlossen, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und umkehren und ich sie heile.

 

16 Selig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.

 

17 Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte begehrten zu sehen, was ihr seht, und sahen es nicht, und zu hören, was ihr hört, und hörten es nicht.

 

18 Hört ihr nun das Gleichnis vom Sämann.

 

19 Wenn jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem an den Weg gesät wurde.

 

20 Der aber, bei dem auf das Felsige gesät wurde, das ist der, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt,

 

21 er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist unbeständig; kommt aber Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß.

 

22 Der aber, bei dem unter die Dornen gesät wurde, das ist der, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der Trug des Reichtums ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.

 

23 Der aber, bei dem auf das gute Land gesät wurde, das ist der, der das Wort hört und versteht, der dann Frucht bringt und hervorbringt, der eine hundertfältig, der andere sechzigfältig, der andere dreißigfältig.

 

24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.

 

 25 Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon.

 

26 Als aber die Saat aufwuchs und Frucht brachte, da zeigte sich auch das Unkraut.

 

27 Da traten die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?

 

28 Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat das getan. Da sagen die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen?

 

29 Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht beim Sammeln des Unkrauts zugleich mit ihm den Weizen ausreißt.

 

30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.

 

31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte;

 

32 es ist zwar das kleinste unter allen Samen, wenn es aber gewachsen ist, ist es größer als die Kräuter und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.

 

3 3Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.

 

34 Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Volksmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen,

 

35 damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht: Ich will meinen Mund in Gleichnissen öffnen, ich will aussprechen, was verborgen war von Grundlegung an.

 

36 Dann entließ er die Volksmengen und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.

 

37 Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;

 

38 der Acker aber ist die Welt; der gute Same, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen;

 

39 der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist die Vollendung der Weltzeit, und die Schnitter sind die Engel.

 

40 Wie nun das Unkraut gesammelt und mit Feuer verbrannt wird, so wird es sein bei der Vollendung der Weltzeit:

 

41 Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzlosigkeit tun,

 

42 und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

 

43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre.

 

44 Das Himmelreich ist gleich einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg, und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.

 

45 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte;

 

46 als er aber eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

 

47 Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und Fische von jeder Art zusammenbrachte;

 

48 als es voll war, zogen sie es ans Ufer, setzten sich und lasen die guten in Gefäße zusammen, die faulen aber warfen sie weg.

 

49 So wird es sein bei der Vollendung der Weltzeit: Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern

 

50 und sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

 

51 Habt ihr dies alles verstanden? Sie sagen zu ihm: Ja.

 

52 Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

 

53 Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, zog er von dort weg.

 

54 Und er kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, sodass sie sich entsetzten und sprachen: Woher hat dieser diese Weisheit und die Machttaten?

 

55 Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?

 

56 Und sind nicht seine Schwestern alle bei uns? Woher hat dieser nun dies alles?

 

57 Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seiner Vaterstadt und in seinem Hause.

 

58 Und er tat dort nicht viele Machttaten wegen ihres Unglaubens.

 

 

Kapitel 14

 

1 Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes die Kunde von Jesus,

 

2 und er sprach zu seinen Dienern: Dieser ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, und darum wirken die Kräfte in ihm.

 

3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, ihn gebunden und ins Gefängnis gelegt wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus;

 

4 denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.

 

5 Und obwohl er ihn töten wollte, fürchtete er das Volk, denn sie hielten ihn für einen Propheten.

 

6 Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias in der Mitte und gefiel dem Herodes,

 

7 weshalb er ihr mit einem Eid versprach, ihr zu geben, was immer sie erbitten würde.

 

8 Sie aber, von ihrer Mutter angestiftet, sprach: Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers.

 

9 Und der König wurde betrübt, doch wegen der Eide und der Tischgenossen befahl er, es zu geben,

 

10 und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.

 

11 Und sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter.

 

12 Und seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leichnam und begruben ihn, und sie gingen hin und berichteten es Jesus.

 

13 Als aber Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Boot an einen einsamen Ort zurück, für sich allein; und als die Volksmengen es hörten, folgten sie ihm zu Fuß aus den Städten.

 

14 Und als er ausstieg, sah er eine große Menge und hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken.

 

15 Als es aber Abend geworden war, traten die Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Stunde ist schon vorüber; entlasse die Volksmengen, damit sie in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen.

 

16 Jesus aber sprach zu ihnen: Sie brauchen nicht fortzugehen; gebt ihr ihnen zu essen.

 

17 Sie aber sagen zu ihm: Wir haben hier nichts als fünf Brote und zwei Fische.

 

18 Er aber sprach: Bringt sie mir hierher.

 

19 Und er befahl den Volksmengen, sich auf dem Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Segen, brach die Brote und gab sie den Jüngern, die Jünger aber den Volksmengen.

 

20 Und alle aßen und wurden satt, und sie hoben auf, was an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll.

 

21 Die aber aßen, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.

 

22 Und sogleich nötigte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm ans andere Ufer vorauszufahren, bis er die Volksmengen entlassen hätte.

 

23 Und nachdem er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um für sich allein zu beten. Als es aber Abend geworden war, war er dort allein.

 

24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen bedrängt, denn der Wind war ihnen entgegen.

 

25 In der vierten Nachtwache aber kam er zu ihnen, auf dem Meer wandelnd.

 

26Als aber die Jünger ihn auf dem Meer wandeln sahen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst, und sie schrien vor Furcht.

 

27 Sogleich aber redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin es; fürchtet euch nicht.

 

28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.

 

29 Er aber sprach: Komm. Und Petrus stieg aus dem Boot, wandelte auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.

 

30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und als er zu sinken begann, schrie er und sprach: Herr, rette mich.

 

31 Sogleich aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

 

32 Und als sie in das Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.

 

33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

 

34 Und sie setzten über und kamen ans Land nach Gennesaret.

 

35 Und als die Männer jenes Ortes ihn erkannten, sandten sie in jene ganze Umgegend und brachten alle Kranken zu ihm

 

36 und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

 

 

Kapitel 15

 

1 Da kamen Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem zu Jesus und sprachen:

 

2 Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.

 

3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?

 

4 Denn Gott hat gesagt: Ehre Vater und Mutter, und: Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.

 

5 Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was dir von mir zugutekommen sollte,

 

6 der braucht seinen Vater nicht zu ehren. So habt ihr das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen außer Kraft gesetzt.

 

7 Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja über euch geweissagt, wenn er spricht:

 

8 Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir;

 

9 vergeblich verehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.

 

10 Und er rief die Menge herbei und sprach zu ihnen: Hört und begreift:

 

11 Nicht das, was in den Mund hineingeht, macht den Menschen unrein, sondern das, was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.

 

12 Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Weißt du, dass die Pharisäer, als sie das Wort hörten, Anstoß nahmen?

 

13 Er aber antwortete und sprach: Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.

 

14 Lasst sie; sie sind blinde Blindenführer. Wenn aber ein Blinder einen Blinden führt, so fallen beide in die Grube.

 

15 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Deute uns dieses Gleichnis.

 

16 Er aber sprach: Seid auch ihr noch immer unverständig?

 

17 Begreift ihr nicht, dass alles, was in den Mund hineingeht, in den Bauch gelangt und in den Abort ausgeschieden wird?

 

18 Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein.

 

19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Morde, Ehebrüche, Unzucht, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen.

 

20 Das ist es, was den Menschen unrein macht; mit ungewaschenen Händen zu essen aber macht den Menschen nicht unrein.

 

21 Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.

 

22 Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus jenem Gebiet heraus und schrie: Erbarme dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon arg geplagt.

 

23 Er aber antwortete ihr kein Wort. Und seine Jünger traten herzu und baten ihn: Fertige sie ab, denn sie schreit hinter uns her.

 

24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

 

25 Sie aber kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!

 

26 Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hündlein hinzuwerfen.

 

27 Sie aber sprach: Ja, Herr; und doch fressen die Hündlein von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.

 

28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.

 

29 Und Jesus zog von dort weiter und kam an das Galiläische Meer, stieg auf den Berg und setzte sich dort nieder.

 

30 Und viele Volksmengen kamen zu ihm und hatten bei sich Lahme, Blinde, Verkrüppelte, Stumme und viele andere, und sie legten sie ihm zu Füßen, und er heilte sie,

 

31 sodass die Menge sich verwunderte, als sie sahen, dass Stumme redeten, Verkrüppelte gesund waren, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie priesen den Gott Israels.

 

32 Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sprach: Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig entlassen, damit sie nicht unterwegs verschmachten.

 

33 Und die Jünger sprachen zu ihm: Woher sollen wir in der Einöde so viele Brote nehmen, um eine so große Menge zu sättigen?

 

34 Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sprachen: Sieben, und ein paar kleine Fische.

 

35 Und er gebot der Menge, sich auf die Erde zu lagern,

 

36 nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, die Jünger aber den Volksmengen.

 

37 Und sie aßen alle und wurden satt. Und was an Brocken übrig blieb, hoben sie auf: sieben volle Körbe.

 

38 Die aber gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne die Frauen und Kinder.

 

39 Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er in das Boot und kam in das Gebiet von Magadan.

 

Kapitel 16

 

1 Und die Pharisäer und Sadduzäer traten herzu, versuchten ihn und verlangten von ihm, dass er ihnen ein Zeichen vom Himmel zeige.

 

2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: 

 

4 Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt ein Zeichen, doch es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Jona. Und er verließ sie und ging weg.

 

5 Und als die Jünger ans andere Ufer kamen, hatten sie vergessen, Brote mitzunehmen.

 

6 Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.

 

7 Sie aber überlegten bei sich und sagten: Wir haben keine Brote mitgenommen.

 

8 Da Jesus das erkannte, sprach er: Was überlegt ihr bei euch, ihr Kleingläubigen, dass ihr keine Brote habt?

 

9 Versteht ihr noch nicht und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die Fünftausend und wie viele Körbe ihr aufgesammelt habt?

 

10 Auch nicht an die sieben Brote für die Viertausend und wie viele Körbe ihr aufgesammelt habt?

 

11 Wie versteht ihr nicht, dass ich nicht von Broten zu euch gesprochen habe? Hütet euch aber vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.

 

12 Da begriffen sie, dass er nicht gesagt hatte, sich vor dem Sauerteig der Brote zu hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

 

13 Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn?

 

14 Sie aber sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elia, wieder andere für Jeremia oder einen der Propheten.

 

15 Er spricht zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

 

16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.

 

17 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Sohn des Jona, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater in den Himmeln.

 

18 Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen.

 

19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und was du auf Erden binden wirst, das wird in den Himmeln gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird in den Himmeln gelöst sein.

 

20 Dann gebot er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

 

21 Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und vieles von den Ältesten, Hohepriestern und Schriftgelehrten erleiden und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.

 

22 Und Petrus nahm ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, indem er sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das soll dir keinesfalls widerfahren.

 

23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes ist, sondern auf das, was der Menschen ist.

 

24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

 

25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

 

26 Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden nimmt? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld für seine Seele geben?

 

27 Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem nach seinem Tun vergelten.

 

28 Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Menschensohn in seinem Reich kommen sehen.

 

 

 

 

Kapitel 17

 

1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie auf einen hohen Berg, sie allein.

 

2 Und er wurde vor ihnen verwandelt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht.

 

3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die mit ihm redeten.

 

4 Petrus aber hob an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind; wenn du willst, will ich hier drei Hütten bauen, dir eine und Mose eine und Elia eine.

 

5 Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören.

 

6 Und als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.

 

7 Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!

 

8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemanden außer Jesus allein.

 

9 Und als sie vom Berg herabstiegen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemandem von der Erscheinung, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist.

 

10 Und die Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass zuerst Elia kommen müsse?

 

11 Er aber antwortete und sprach: Elia kommt zwar und wird alles wiederherstellen;

 

12 ich sage euch aber, dass Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten; so wird auch der Menschensohn von ihnen leiden müssen.

 

13 Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.

 

14 Und als sie zur Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie

 

15 und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn, denn er ist mondsüchtig und leidet schwer; oft nämlich fällt er ins Feuer und oft ins Wasser.

 

16 Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, und sie konnten ihn nicht heilen.

 

17 Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir hierher!

 

18 Und Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr von ihm aus, und der Knabe war geheilt von jener Stunde an.

 

19 Da traten die Jünger zu Jesus, als sie allein waren, und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?

 

20 Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich von hier dorthin!, und er wird sich hinwegheben; und nichts wird euch unmöglich sein.

 

22 Als sie aber in Galiläa beisammen waren, sprach Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überliefert werden,

 

23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.

 

24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der Doppeldrachme zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachme?

 

25 Er spricht: Doch. Und als er ins Haus kam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige der Erde Zoll oder Steuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden?

 

26 Als er aber sagte: Von den Fremden, sprach Jesus zu ihm: So sind also die Söhne frei.

 

27 Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See, wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt; und wenn du sein Maul öffnest, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihn ihnen für mich und dich.

 

Kapitel 18

 

1 In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist denn der Größte im Himmelreich?

 

2 Und er rief ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte

 

3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.

 

4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.

 

5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.

 

6 Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Straucheln bringt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.

 

7 Wehe der Welt wegen der Ärgernisse! Denn es müssen ja Ärgernisse kommen, doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt.

 

8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zum Straucheln bringt, so haue ihn ab und wirf ihn von dir; es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen oder zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden.

 

9 Und wenn dein Auge dich zum Straucheln bringt, so reiß es aus und wirf es von dir; es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.

 

10 Seht zu, dass ihr keinen dieser Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

 

12 Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen und geht hin und sucht das verirrte?

 

13 Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich über dieses mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

 

14 So ist es nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines dieser Kleinen verloren gehe.

 

15 Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.

 

16 Hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit durch den Mund von zwei oder drei Zeugen jede Sache festgestellt werde.

 

17 Hört er auch auf sie nicht, so sage es der Gemeinde; hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er dir wie ein Heide und ein Zöllner.

 

18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein.

 

19 Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinstimmen über irgendeine Sache, um die sie bitten, so wird sie ihnen zuteilwerden von meinem Vater im Himmel.

 

20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.

 

21 Da trat Petrus herzu und sprach zu ihm: Herr, wie oft soll mein Bruder an mir sündigen, und ich soll ihm vergeben? Bis siebenmal?

 

22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal.

 

23 Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.

 

24 Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete.

 

25 Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn zu verkaufen samt Frau und Kindern und allem, was er hatte, und so zu bezahlen.

 

26 Da fiel der Knecht nieder, warf sich vor ihm nieder und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen.

 

27 Da erbarmte sich der Herr jenes Knechtes, ließ ihn frei und erließ ihm die Schuld.

 

28 Als aber jener Knecht hinausging, fand er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete; und er packte ihn, würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist!

 

29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen.

 

30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt hätte.

 

31 Als nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen hin und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.

 

32 Da rief ihn sein Herr herbei und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast.

33 Hättest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmen sollen, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?

 

34 Und sein Herr wurde zornig und übergab ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.

 

35 So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.

 

Kapitel 19

 

1 Und es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte, brach er von Galiläa auf und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

 

2 Und große Volksmengen folgten ihm, und er heilte sie dort.

 

3 Und es traten Pharisäer zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Menschen erlaubt, seine Frau aus jedem beliebigen Grund zu entlassen?

 

4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an als Mann und Frau geschaffen hat?

 

5 Und er sprach: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein.

 

6 So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

 

7 Sie sprachen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und sie zu entlassen?

 

8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen eurer Herzenshärte erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.

 

9 Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, außer wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe.

 

10 Seine Jünger sprachen zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit der Frau so steht, ist es nicht ratsam zu heiraten.

 

11 Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist.

 

12 Denn es gibt Verschnittene, die vom Mutterleib an so geboren sind, und es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten worden sind, und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es.

 

13 Da wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflege und bete; die Jünger aber fuhren sie an.

 

14 Jesus aber sprach: Lasst die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.

 

15 Und er legte ihnen die Hände auf und zog von dort weiter.

 

16 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe?

 

17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.

 

18 Er sprach zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch Zeugnis geben,

 

19 ehre Vater und Mutter, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

 

20 Der Jüngling sprach zu ihm: Das alles habe ich gehalten; was fehlt mir noch?

 

21 Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe deine Habe und gib sie den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach.

 

22 Als aber der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.

 

23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich eingehen.

 

24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Loch gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe.

 

25 Als das die Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann dann gerettet werden?

 

26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist das unmöglich, bei Gott aber ist alles möglich.

 

27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns nun zuteil werden?

 

28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

 

29 Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meines Namens willen, wird es hundertfach empfangen und das ewige Leben erben.

 

30 Aber viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste.

 

Kapitel 20

 

1 Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu dingen.

 

2 Nachdem er mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg.

 

3 Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere müßig auf dem Marktplatz stehen

 

4 und sprach zu ihnen: Geht auch ihr in den Weinberg, und was recht ist, will ich euch geben.

 

5 Sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat ebenso.

 

6 Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andere dastehen und spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig?

 

7 Sie sagen ihm: Weil uns niemand gedungen hat. Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr in den Weinberg.

 

8 Als es aber Abend geworden war, spricht der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten bis zu den Ersten.

 

9 Und die um die elfte Stunde Gekommenen erhielten je einen Denar.

 

10 Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; doch auch sie erhielten je einen Denar.

 

11 Als sie ihn empfangen hatten, murrten sie gegen den Hausherrn

 

12 und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir die Last des Tages und die Hitze getragen haben.

 

13 Er aber antwortete einem von ihnen und sprach: Freund, ich tue dir kein Unrecht; bist du nicht mit mir über einen Denar übereingekommen?

 

14 Nimm das Deine und geh! Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir.

 

15 Oder ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gütig bin?

 

16 So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

 

17 Und als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die zwölf Jünger beiseite und sprach unterwegs zu ihnen:

 

18 Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen

 

19 und ihn den Heiden überliefern, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde; und am dritten Tage wird er auferweckt werden.

 

20 Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel vor ihm nieder und erbat etwas von ihm.

 

21 Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt ihm: Sprich, dass diese meine zwei Söhne in deinem Reich sitzen sollen, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken.

 

22 Jesus aber antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagen ihm: Wir können es.

 

23 Er spricht zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu geben steht nicht mir zu, sondern es wird denen zuteil, für die es von meinem Vater bereitet ist.

 

24 Als die Zehn das hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.

 

25 Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher der Völker sie unterjochen und die Großen Gewalt über sie ausüben.

 

26 So soll es unter euch nicht sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener,

 

27 und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht;

 

28 wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.

 

29 Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Menge.

 

30 Und siehe, zwei Blinde, die am Wege saßen, hörten, dass Jesus vorüberzieht, und schrien: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!

 

31 Die Menge aber fuhr sie an, dass sie schweigen sollten; sie aber schrien noch lauter: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!

 

32 Und Jesus blieb stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?

 

33 Sie sagen ihm: Herr, dass unsere Augen geöffnet werden.

 

34 Da hatte Jesus Mitleid, rührte ihre Augen an, und sogleich wurden sie sehend und folgten ihm nach.

 

 

Kapitel 21

 

1 Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Bethphage an den Ölberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger aus

 

2 und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir.

 

3 Und wenn euch jemand etwas sagt, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; er wird sie aber sogleich senden.

 

 4 Das ist aber geschehen, damit erfüllt würde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht:

 

5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

 

6 Die Jünger aber gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte,

 

7 und führten die Eselin und das Fohlen herbei und legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf.

 

8 Die überaus große Menge aber breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.

 

9 Die Scharen aber, die ihm vorangingen und die nachfolgten, riefen und sprachen: Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

 

10 Und als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?

 

11 Die Scharen aber sagten: Dies ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.

 

12 Und Jesus ging in den Tempel und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Geldwechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer,

 

13 und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebets heißen; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.

 

14 Und es kamen Blinde und Lahme zu ihm in den Tempel, und er heilte sie.

 

15 Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sprachen: Hosanna dem Sohn Davids!, wurden sie unwillig

 

16 und sagten zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber spricht zu ihnen: Ja. Habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?

 

17 Und er verließ sie und ging hinaus aus der Stadt nach Bethanien und übernachtete dort.

 

18 Als er aber frühmorgens in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.

 

19 Und da er einen Feigenbaum am Wege sah, ging er auf ihn zu und fand nichts an ihm als nur Blätter, und er sprach zu ihm: Nie mehr soll Frucht aus dir wachsen in Ewigkeit! Und der Feigenbaum verdorrte auf der Stelle.

 

20 Und als die Jünger das sahen, wunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt?

 

21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum tun, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!, so wird es geschehen;

 

22 und alles, was ihr im Gebet gläubig erbittet, werdet ihr empfangen.

 

23 Und als er in den Tempel kam, traten, während er lehrte, die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und sprachen: In welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?

 

24 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen; wenn ihr sie mir beantwortet, so will auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue:

 

25 Die Taufe des Johannes, woher war sie? Vom Himmel oder von Menschen? Sie aber überlegten bei sich selbst und sprachen: Sagen wir: Vom Himmel, so wird er uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?

 

26 Sagen wir aber: Von Menschen, so fürchten wir das Volk; denn alle halten Johannes für einen Propheten.

 

27 Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen es nicht. Da sprach auch er zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

 

28 Was meint ihr aber? Ein Mensch hatte zwei Kinder. Und er trat zum ersten und sprach: Kind, geh, arbeite heute im Weinberg.

 

29 Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht; später aber reute es ihn, und er ging hin.

 

30 Er trat aber zum anderen und sprach ebenso. Der antwortete und sprach: Ja, Herr! – und ging nicht hin.

 

31 Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sagen: Der erste. Jesus spricht zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen kommen vor euch in das Reich Gottes.

 

32 Denn Johannes kam zu euch auf dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt; die Zöllner aber und die Dirnen glaubten ihm. Ihr aber, obwohl ihr es saht, ließt es euch auch später nicht gereuen, ihm zu glauben.

 

33 Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Mensch, ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub darin eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und zog außer Landes.

 

34 Als aber die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen.

 

35 Und die Weingärtner ergriffen seine Knechte; den einen schlugen sie, den anderen töteten sie, den dritten steinigten sie.

 

36 Wiederum sandte er andere Knechte, mehr als die ersten, und sie taten mit ihnen ebenso.

 

37 Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Vor meinem Sohn werden sie sich scheuen.

 

38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbe an uns nehmen!

 

39 Und sie ergriffen ihn, warfen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.

 

40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er mit jenen Weingärtnern tun?

 

41 Sie sagen zu ihm: Er wird die Bösen böse umbringen und den Weinberg anderen Weingärtnern verpachten, die ihm die Früchte zu ihrer Zeit abliefern werden.

 

42 Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen?

 

43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt

 

45 Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er von ihnen sprach;

 

46 und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber das Volk, denn es hielt ihn für einen Propheten.

 

 

 

 

Kapitel 22

 

1 Und Jesus antwortete und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach:

 

2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

 

3 Und er sandte seine Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen.

 

4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

 

5 Aber sie verachteten es und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere zu seinem Geschäft;

 

6 die übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie.

 

7 Da wurde der König zornig, sandte seine Heere aus, brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.

 

8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren es nicht wert.

 

9 Geht darum hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.

 

10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten alle zusammen, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen.

 

11 Als aber der König hineinging, die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte,

 

12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen ohne hochzeitliches Gewand? Er aber verstummte.

 

13 Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneklappern sein.

14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

 

15 Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seiner Rede fangen könnten.

16 Und sie sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes und sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen.

 

17 Darum sage uns, was meinst du: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht?

 

18 Als nun Jesus ihre Bosheit erkannte, sprach er: Was versucht ihr mich, ihr Heuchler?

 

19 Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Denar.

 

20 Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das?

 

21 Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

 

22 Als sie das hörten, verwunderten sie sich, ließen ihn und gingen davon. 23An demselben Tage traten Sadduzäer zu ihm, die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn

 

24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: Wenn einer stirbt und hat keine Kinder, so soll sein Bruder dessen Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.

 

25 Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder;

 

26 desgleichen der zweite und der dritte bis zum siebenten.

 

27 Zuletzt nach allen starb die Frau.

 

28 Wessen Frau von den sieben wird sie nun in der Auferstehung sein? Denn alle haben sie gehabt.

 

29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften kennt noch die Kraft Gottes.

 

30 Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sie sind wie Engel im Himmel.

 

31 Habt ihr aber nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch von Gott gesagt ist, der da spricht:

 

32 „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.

 

33 Und als das Volk das hörte, entsetzte es sich über seine Lehre.

 

34 Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern den Mund gestopft hatte, versammelten sie sich.

 

35 Und einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, versuchte ihn und fragte:

 

36 Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz?

 

37 Er aber sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“

 

38 Dies ist das große und erste Gebot.

 

39 Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

 

40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

 

41 Als nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus

 

42 und sprach: Was meint ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sprachen zu ihm: Davids.

 

43 Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, wenn er sagt:

 

44 „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege“?

 

45 Wenn nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er dann sein Sohn?

 

46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und niemand wagte von dem Tage an, ihn noch weiter zu fragen.

 

 

Kapitel 23

 

1 Da redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern

 

 2 und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer.

 

3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken handelt nicht, denn sie sagen es und tun es nicht.

 

4 Sie binden schwere Lasten und legen sie den Menschen auf die Schultern, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen.

 

5 Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden; denn sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten groß,

 

6 und sie lieben den obersten Platz bei den Gastmählern und die ersten Sitze in den Synagogen

 

7 und die Begrüßungen auf den Marktplätzen und von den Menschen Rabbi genannt zu werden.

 

8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder.

 

9 Und niemanden auf der Erde sollt ihr euren Vater nennen, denn einer ist euer Vater, der himmlische.

 

10 Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus.

 

11 Der Größte unter euch aber soll euer Diener sein.

 

12 Wer sich aber selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

13 Wehe aber euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr verschließt das Himmelreich vor den Menschen; ihr selbst geht nicht hinein, und die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hineingehen.

 

15 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr durchzieht das Meer und das trockene Land, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

 

16 Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden.

 

17 Ihr Toren und Blinden, was ist denn größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?

 

18 Und: Wer beim Altar schwört, das gilt nichts; wer aber bei der Gabe schwört, die darauf liegt, der ist gebunden.

 

19 Ihr Blinden, was ist denn größer: die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt?

 

20 Wer also beim Altar schwört, schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt;

 

21 und wer beim Tempel schwört, schwört bei ihm und bei dem, der in ihm wohnt;

 

22 und wer beim Himmel schwört, schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

 

23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr verzehntet die Minze, den Dill und den Kümmel und habt das Gewichtigere im Gesetz gelassen: das Recht, das Erbarmen und die Treue. Dies hätte man tun und jenes nicht lassen sollen.

 

24 Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt!

 

25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, innen aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit.

 

26 Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch sein Äußeres rein werde.

 

27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön erscheinen, innen aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind.

 

28 So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

 

29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten

 

30 und sagt: Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so wären wir nicht mit ihnen am Blut der Propheten schuldig geworden.

 

31 So gebt ihr euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordet haben.

 

32 Macht auch ihr das Maß eurer Väter voll!

 

33 Ihr Schlangen, ihr Otterngezücht, wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?

 

34 Darum, siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen,

 

35 damit über euch alles gerechte Blut komme, das auf der Erde vergossen wird, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes des Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt.

 

36 Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.

 

37 Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel versammelt, und ihr habt nicht gewollt!

 

38 Siehe, euer Haus wird euch verlassen und wüst gelassen.

 

39 Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprecht: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!

 

 

 

 

Kapitel 24

 

1 Und Jesus ging aus dem Tempel hinaus und zog weiter, und seine Jünger traten herzu, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen.

 

2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.

 

3 Als er aber auf dem Ölberg saß, traten die Jünger für sich allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird das geschehen, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?

 

4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch niemand verführe.

 

5 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verführen.

 

6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; seht zu, erschreckt nicht; denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.

 

7 Denn es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben sein an verschiedenen Orten.

 

8 Dies alles aber ist der Anfang der Wehen.

 

9 Dann werden sie euch der Bedrängnis überliefern und euch töten, und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen.

 

10 Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander überliefern und einander hassen.

 

11 Und viele falsche Propheten werden aufstehen und viele verführen.

 

12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der Vielen erkalten.

 

13 Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.

 

14 Und dieses Evangelium des Reiches wird verkündigt werden auf dem ganzen Erdkreis zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

 

15 Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet ist, an heiliger Stätte stehen seht, wer es liest, der merke auf,

 

16 dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen;

 

17 wer auf dem Dach ist, steige nicht hinab, um die Sachen aus seinem Haus zu holen,

 

18 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, um sein Gewand zu holen.

 

19 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!

 

20 Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter geschehe noch am Sabbat.

 

21 Denn dann wird eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht mehr sein wird.

 

22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.

 

23 Wenn dann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus! oder: Dort! — so glaubt es nicht.

 

24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.

 

25 Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.

 

26 Wenn sie nun zu euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste! so geht nicht hinaus; Siehe, er ist in den Kammern! so glaubt es nicht.

 

27 Denn wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.

 

28 Wo das Aas ist, da werden sich die Adler versammeln.

 

29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne sich verfinstern, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.

 

30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde wehklagen und werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit.

 

31 Und er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, von einem Ende der Himmel bis zum anderen.

 

32 Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart wird und die Blätter hervortreibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.

 

33 So auch ihr: Wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Tür ist.

 

34 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht.

 

35 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.

 

36 Von jenem Tag aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel der Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.

 

37 Denn wie die Tage Noahs, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.

 

38 Denn wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging,

 

39 und es nicht erkannten, bis die Sintflut kam und alle hinwegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.

 

40 Dann werden zwei auf dem Feld sein: einer wird angenommen und einer wird zurückgelassen.

 

41 Zwei Frauen werden an der Mühle mahlen: eine wird angenommen und eine wird zurückgelassen.

 

42 Wacht also, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

 

43 Das aber erkennt: Wenn der Hausherr wüsste, in welcher Nachtwache der Dieb kommt, so würde er wachen und nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird.

 

44 Darum seid auch ihr bereit, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.

 

45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, damit er ihnen die Speise zur rechten Zeit gebe?

 

46 Selig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, so handelnd finden wird.

 

47 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.

 

48 Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt auf sich warten,

 

49 und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und isst und trinkt mit den Betrunkenen,

 

50 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,

 

51 und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil bei den Heuchlern geben; dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.

 

 

 

 

Kapitel 25

 

1 Dann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, dem Bräutigam entgegen.

 

2 Fünf von ihnen aber waren töricht und fünf klug.

 

3 Denn die törichten nahmen ihre Lampen, aber kein Öl mit sich.

 

4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen.

 

5 Als nun der Bräutigam ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.

 

6 Um Mitternacht aber erhob sich ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam! Geht hinaus, ihm entgegen!

 

7 Da standen alle jene Jungfrauen auf und machten ihre Lampen zurecht.

 

8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen.

 

9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, es würde wohl nicht reichen für uns und euch; geht vielmehr zu den Händlern und kauft für euch selbst.

 

10 Während sie aber hingingen, um zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen.

 

11 Später kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, öffne uns!

 

12 Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht.

 

13 Wacht also, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes reiste: Er rief seine eigenen Knechte und übergab ihnen sein Vermögen,

 

15 und dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Fähigkeit, und reiste außer Landes. Sogleich

 

16 ging der, der die fünf Talente empfangen hatte, hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann fünf weitere.

 

17 Ebenso gewann der mit den zweien zwei weitere.

 

18 Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn.

 

19 Nach langer Zeit aber kommt der Herr jener Knechte und hält Abrechnung mit ihnen.

 

20 Und der, der die fünf Talente empfangen hatte, trat hinzu und brachte fünf weitere Talente und sprach: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, fünf weitere Talente habe ich dazugewonnen.

 

21 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, über weniges warst du treu, über vieles will ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.

 

22 Es trat aber auch der mit den zwei Talenten hinzu und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe, zwei weitere Talente habe ich dazugewonnen.

 

23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, über weniges warst du treu, über vieles will ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.

 

24 Es trat aber auch der hinzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, dass du ein harter Mensch bist, der erntet, wo er nicht gesät hat, und sammelt, wo er nicht ausgestreut hat,

 

25 und aus Furcht ging ich hin und verbarg dein Talent in der Erde; siehe, da hast du das Deine.

 

26 Da antwortete sein Herr und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht, du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?

 

27 Da hättest du mein Geld den Wechslern geben sollen, und bei meiner Rückkehr hätte ich das Meine mit Zinsen zurückerhalten.

 

28 Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat.

 

29 Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.

 

30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

 

31 Wenn aber der Menschensohn kommt in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen;

 

32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet,

 

33 und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken.

 

34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt.

 

35 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen;

 

36 nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

 

3 7Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und gespeist oder durstig und getränkt?

 

38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und aufgenommen oder nackt und bekleidet?

 

39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

 

40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

 

41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.

 

42 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich nicht getränkt;

 

43 ich war ein Fremder, und ihr habt mich nicht aufgenommen; nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

 

44 Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht gedient?

 

45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

 

46 Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber zum ewigen Leben.

 

Kapitel 26

 

1 Und es geschah, als Jesus alle diese Worte vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern:

 

2 Ihr wisst, dass nach zwei Tagen das Passa stattfindet, und der Menschensohn wird überliefert, um gekreuzigt zu werden.

 

3 Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Hof des Hohenpriesters, der Kaiphas hieß,

 

4 und sie beratschlagten, Jesus mit List zu ergreifen und zu töten.

 

5 Sie sagten aber: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr im Volk entstehe.

 

6 Als aber Jesus in Betanien war, im Haus Simons des Aussätzigen,

 

7 trat eine Frau zu ihm, die ein Alabastergefäß mit kostbarem Salböl hatte, und goss es über sein Haupt, während er zu Tisch lag.

 

8 Als aber die Jünger das sahen, wurden sie unwillig und sagten: Wozu diese Verschwendung?

 

9 Denn dies hätte teuer verkauft und den Armen gegeben werden können.

 

10 Als Jesus das merkte, sprach er zu ihnen: Warum bereitet ihr der Frau Mühe? Denn sie hat ein gutes Werk an mir getan.

 

11 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.

 

12 Denn indem sie dieses Salböl auf meinen Leib goss, hat sie es zu meinem Begräbnis getan.

 

13 Wahrlich, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt verkündigt wird, wird auch das, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis erzählt werden.

 

14 Da ging einer der Zwölf, der Judas Iskariot hieß, zu den Hohenpriestern

 

15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, und ich werde ihn euch überliefern? Sie aber setzten ihm dreißig Silberstücke fest.

 

16 Und von da an suchte er eine günstige Gelegenheit, ihn zu überliefern.

 

17 Am ersten Tag der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passamahl bereiten?

 

18 Er aber sprach: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt ihm: Der Meister lässt sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.

 

19 Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passa.

 

20 Als es aber Abend geworden war, legte er sich mit den Zwölfen zu Tisch.

 

 21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern.

 

22 Und sehr betrübt begannen sie, einer nach dem anderen, zu ihm zu sagen: Bin ich es etwa, Herr?

 

23 Er aber antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, der wird mich überliefern.

 

24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch den der Menschensohn überliefert wird. Es wäre besser für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren wäre.

 

25 Judas aber, der ihn überlieferte, antwortete und sprach: Bin ich es etwa, Rabbi? Er sagt zu ihm: Du hast es gesagt.

 

26 Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, sprach den Lobpreis, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst, das ist mein Leib.

 

27 Und er nahm einen Kelch, dankte und gab ihn ihnen mit den Worten: Trinkt alle daraus,

 

28 denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

 

29 Ich sage euch aber: Ich werde von jetzt an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich es neu mit euch trinke im Reich meines Vaters.

 

30 Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg.

 

31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.

 

32 Nachdem ich aber auferweckt worden bin, werde ich euch nach Galiläa vorangehen.

 

33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, ich werde niemals Anstoß nehmen.

 

34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

 

35 Petrus sagt zu ihm: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Ebenso sprachen auch alle Jünger.

 

36 Da kommt Jesus mit ihnen an einen Ort, der Getsemani heißt, und spricht zu den Jüngern: Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete.

 

37 Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich und begann, betrübt und geängstigt zu werden.

 

38 Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wacht mit mir.

 

39 Und er ging ein wenig weiter, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du.

 

40 Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend, und er spricht zu Petrus: So vermochtet ihr nicht eine Stunde mit mir zu wachen?

 

41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet; der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach.

 

42 Wiederum, zum zweiten Mal, ging er weg und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.

 

43 Und er kam wieder und fand sie schlafend, denn ihre Augen waren schwer geworden.

 

44 Und er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal, wobei er wiederum dasselbe Wort sprach.

 

45 Dann kommt er zu den Jüngern und spricht zu ihnen: Schlaft nun weiter und ruht euch aus; siehe, die Stunde ist nahe gekommen, und der Menschensohn wird in die Hände der Sünder überliefert.

 

46 Steht auf, lasst uns gehen; siehe, der mich überliefert, ist nahe.

 

47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Menge mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes.

 

48 Der ihn aber überlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Wen ich küssen werde, der ist es; den ergreift.

 

49 Und sogleich trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi, und küsste ihn. 

 

50 Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen? Da traten sie herzu, legten Hand an Jesus und ergriffen ihn.

 

51 Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.

 

52 Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort zurück; denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen.

 

53 Oder meinst du, ich könne meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen?

 

54 Wie sollten dann aber die Schriften erfüllt werden, dass es so geschehen muss?

 

55 In jener Stunde sprach Jesus zu den Volksmengen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Stöcken, um mich zu ergreifen? Täglich saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen.

 

56 Dies alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

 

57 Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn weg zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo sich die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt hatten.

 

58 Petrus aber folgte ihm von ferne bis zum Hof des Hohenpriesters, ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um das Ende zu sehen.

 

59 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten ein falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen,

 

60 und sie fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei herzu

 

61 und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und in drei Tagen aufbauen.

 

62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?

 

63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.

 

64 Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.

 

65 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört.

 

66 Was dünkt euch? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.

 

67 Da spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihn ins Gesicht

 

68 und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich geschlagen hat?

 

69 Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer.

 

70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.

 

71 Als er aber hinausging in das Tor, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: Dieser war mit Jesus, dem Nazoräer.

 

72 Und abermals leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht.

 

73 Nach einer kleinen Weile aber traten die Umstehenden hinzu und sprachen zu Petrus: Wahrlich, auch du bist einer von ihnen, denn auch deine Sprache verrät dich.

 

74 Da begann er, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und sogleich krähte der Hahn.

 

75 Und Petrus gedachte des Wortes Jesu, der gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

 

 

 

 

Kapitel 27

 

1 Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu töten;

 

2 und sie banden ihn, führten ihn ab und übergaben ihn Pilatus, dem Statthalter.

 

3 Als da Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass er verurteilt worden war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberstücke den Hohenpriestern und Ältesten zurück

 

4 und sagte: Ich habe gesündigt, da ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu!

 

5 Und er warf die Silberstücke in den Tempel, entfernte sich, ging hin und erhängte sich.

 

6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberstücke und sagten: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu legen, da es Blutgeld ist.

 

7 Sie hielten aber Rat und kauften dafür den Acker des Töpfers zum Begräbnis für die Fremden.

 

8 Darum wurde jener Acker Blutacker genannt bis auf den heutigen Tag.

 

9 Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden war, der spricht: Und sie nahmen die dreißig Silberstücke, den Preis des Geschätzten, den man von den Söhnen Israels geschätzt hatte,

 

10 und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr befohlen hat.

 

11 Jesus aber wurde vor den Statthalter gestellt; und der Statthalter fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es.

 

12 Und während er von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.

 

13 Da sagt Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich bezeugen?

 

14 Und er antwortete ihm auf kein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr verwunderte.

 

15 Zum Fest aber pflegte der Statthalter dem Volk einen Gefangenen freizulassen, den sie wollten.

 

16 Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, genannt [Jesus] Barabbas.

 

17 Als sie nun versammelt waren, sagte Pilatus zu ihnen: Wen wollt ihr, dass ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, der Christus genannt wird?

 

18 Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid übergeben hatten.

 

19 Während er aber auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ sagen: Habe nichts zu schaffen mit jenem Gerechten; denn ich habe heute im Traum viel um seinetwillen gelitten.

 

20 Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten die Volksmengen, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber umbringen zu lassen.

 

21 Der Statthalter antwortete und sagte zu ihnen: Wen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse? Sie aber sagten: Den Barabbas.

 

22 Pilatus sagt zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, der Christus genannt wird? Alle sagen: Er soll gekreuzigt werden!

 

23 Er aber sprach: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrien umso mehr: Er soll gekreuzigt werden!

 

24 Als aber Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern der Tumult nur größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sagte: Ich bin unschuldig an diesem Blut; seht ihr zu!

 

25 Und das ganze Volk antwortete und sagte: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!

 

26 Da ließ er ihnen Barabbas frei; Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn, damit er gekreuzigt werde.

 

27 Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in das Prätorium und versammelten um ihn die ganze Kohorte.

 

28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um,

 

2 9flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Rechte, knieten vor ihm nieder und verspotteten ihn und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden!

 

30 Und sie spien ihn an, nahmen das Rohr und schlugen ihn auf sein Haupt.

 

31 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.

 

32 Als sie aber hinauszogen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.

 

 33 Und als sie an den Ort kamen, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelstätte,

 

34 gaben sie ihm Wein, mit Galle vermischt, zu trinken; und als er ihn gekostet hatte, wollte er nicht trinken.

 

35 Nachdem sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los warfen,

 

36 und sie saßen und bewachten ihn dort.

 

37 Und sie setzten über sein Haupt die Ursache seiner Verurteilung geschrieben: Dies ist Jesus, der König der Juden.

 

38 Da wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken.

 

39 Die aber vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe

 

40 und sagten: Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst, wenn du Gottes Sohn bist, [und] steig herab vom Kreuz!

 

41 Ebenso spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten:

 

42 Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist König Israels, so steige er jetzt herab vom Kreuz, und wir werden an ihn glauben.

 

43 Er hat auf Gott vertraut; der rette ihn nun, wenn er ihn will; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.

 

44 Ebenso schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt worden waren.

 

45 Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.

 

46 Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachthani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

4 7Einige aber von denen, die dort standen, hörten es und sagten: Der ruft den Elia.

 

48 Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.

 

49 Die Übrigen aber sagten: Halt, lasst uns sehen, ob Elia kommt, um ihn zu retten.

 

50 Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

 

51 Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen,

 

52 und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt,

 

53 und sie gingen aus den Gräbern hervor nach seiner Auferstehung, kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.

 

54 Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesus bewachten das Erdbeben sahen und was geschah, fürchteten sie sich sehr und sagten: Wahrhaftig, dieser war ein Sohn Gottes!

 

55 Es waren aber dort viele Frauen, die von ferne zusahen, die Jesus von Galiläa aus nachgefolgt waren und ihm gedient hatten;

 

56 unter ihnen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

 

57 Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann aus Arimathäa mit Namen Josef, der auch selbst ein Jünger Jesu geworden war;

 

58 dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, ihn herauszugeben.

 

59 Und Josef nahm den Leib, wickelte ihn in reines Leinentuch

 

60 und legte ihn in sein neues Grab, das er in den Felsen gehauen hatte, wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging fort.

 

61 Es waren aber dort Maria Magdalena und die andere Maria; sie saßen dem Grab gegenüber.

 

62 Am nächsten Tag aber, der auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus

 

63 und sagten: Herr, wir haben uns erinnert, dass jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferweckt.

 

 64 Befiehl nun, dass das Grab bis zum dritten Tag gesichert werde, damit nicht seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferweckt worden, und der letzte Betrug schlimmer wird als der erste.

 

65 Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollt eine Wache haben; geht hin und sichert es, so gut ihr könnt.

 

66 Sie aber gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.

 

 

 

 

Kapitel 28

 

 

1 Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.

 

2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

 

3 Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee.

 

4 Aus Furcht vor ihm aber erbebten die Wächter und wurden wie Tote.

 

5 Der Engel aber sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Denn ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

 

6 Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht den Ort, wo er gelegen hat.

 

7 Und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

 

8 Und sie gingen eilends weg vom Grab und liefen mit Furcht und großer Freude, um es seinen Jüngern zu verkünden.

 

9 Und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten hinzu, umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.

 

10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündet meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen.

 

11 Während sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.

 

12 Und sie versammelten sich mit den Ältesten, hielten Rat und gaben den Soldaten reichlich Geld

 

13 und sprachen: Sagt: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.

 

14 Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn beschwichtigen und euch außer Sorge setzen.

 

15 Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen worden waren. Und diese Rede verbreitete sich bei den Juden bis auf den heutigen Tag.

 

16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

 

17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

 

18 Und Jesus trat herzu und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.

 

19 Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

 

20 und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Weltzeit.