Lukas

 

Kapitel 1

 

1 Da es nun schon viele unternommen haben, einen Bericht über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben,

 

2 wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind,

 

3 schien es auch mir gut, der ich allem von Anbeginn genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach aufzuschreiben, hochverehrter Theophilus,

 

4 damit du die Zuverlässigkeit der Lehren erkennst, in denen du unterwiesen worden bist.

 

5 Es war in den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, ein Priester mit Namen Zacharias, aus der Priesterabteilung Abija, und er hatte eine Frau aus den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth.

 

6 Beide aber waren gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn.

 

7 Und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren in ihren Tagen vorgerückt.

 

8 Es geschah aber, als er den Priesterdienst vor Gott versah in der Ordnung seiner Abteilung,

 

9 dass ihn nach der Gewohnheit des Priestertums das Los traf, in den Tempel des Herrn hineinzugehen und zu räuchern;

 

10 und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers.

 

11 Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der zur Rechten des Räucheraltars stand.

 

12 Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht befiel ihn.

 

13 Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört worden, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.

 

14 Und du wirst Freude und Jubel haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen.

 

15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit Heiligem Geist wird er erfüllt werden schon vom Mutterleib an,

 

16 und viele der Söhne Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren.

 

17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elija, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zubereitetes Volk zu bereiten.

 

18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und meine Frau ist in ihren Tagen vorgerückt.

 

19 Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu dir zu reden und dir dies zu verkündigen.

 

20  Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschieht, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden.

 

21  Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel verweilte.

 

22 Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie erkannten, dass er eine Erscheinung im Tempel gesehen hatte; und er winkte ihnen zu und blieb stumm.

 

23 Und es geschah, als die Tage seines Dienstes erfüllt waren, ging er heim in sein Haus.

 

24 Nach diesen Tagen aber empfing Elisabeth, seine Frau, und sie verbarg sich fünf Monate und sprach:

 

25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, da er darauf sah, meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen.

 

26 Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas mit Namen Nazareth gesandt

 

27 zu einer Jungfrau, die einem Mann mit Namen Josef aus dem Hause Davids verlobt war; und der Name der Jungfrau war Maria.

 

28 Und er trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadete, der Herr ist mit dir!

 

29 Sie aber erschrak über das Wort und überlegte, was für ein Gruß dies sei.

 

30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden.

 

31 Und siehe, du wirst empfangen im Leib und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.

 

32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,

 

33 und er wird über das Haus Jakob herrschen in Ewigkeit, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

 

34 Maria aber sprach zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

 

35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt werden.

 

36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat für sie, die man unfruchtbar nannte;

 

37 denn bei Gott wird kein Ding unmöglich sein.

 

38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort. Und der Engel schied von ihr.

 

39 Maria aber machte sich in diesen Tagen auf und ging eilends ins Gebirge, in eine Stadt Judas,

 

40 und sie trat in das Haus des Zacharias und grüßte Elisabeth.

 

41 Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt,

 

42 und sie rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!

 

43 Und woher kommt mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

 

44 Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren drang, hüpfte das Kind vor Jubel in meinem Leib.

 

45 Und selig ist, die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn gesagt worden ist.

 

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,

 

47 und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter;

 

48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter,

 

49 denn Großes hat der Mächtige an mir getan, und heilig ist sein Name,

 

50 und sein Erbarmen währt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten.

 

51 Er hat Macht geübt mit seinem Arm, er hat zerstreut, die hochmütig sind im Sinnen ihres Herzens;

 

52 er hat Gewaltige von den Thronen gestürzt und Niedrige erhöht,

 

53 Hungernde hat er mit Gütern erfüllt, und Reiche hat er leer fortgeschickt.

 

54 Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, um an sein Erbarmen zu gedenken,

 

55 wie er zu unseren Vätern geredet hat, zu Abraham und seinem Samen in Ewigkeit.

 

56 Maria aber blieb etwa drei Monate bei ihr und kehrte dann in ihr Haus zurück.

 

57 Für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.

 

58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr sein Erbarmen an ihr groß gemacht hatte, und sie freuten sich mit ihr.

 

59 Und es geschah am achten Tag, da kamen sie, das Kind zu beschneiden, und sie wollten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias nennen.

 

60 Doch seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern es soll Johannes heißen.

 

61 Und sie sagten zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt.

 

62 Sie winkten aber seinem Vater zu, wie er es genannt haben wolle.

 

63 Und er verlangte ein Täfelchen und schrieb: Johannes ist sein Name. Und alle verwunderten sich.

 

64 Sogleich aber wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge, und er redete und pries Gott.

 

65 Und Furcht kam über alle, die um sie her wohnten, und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen,

 

66 und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.

 

67 Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geist erfüllt und weissagte und sprach:

 

68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung geschaffen,

 

69 und er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes,

 

70 wie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her:

 

71 Rettung von unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

 

72 um Erbarmen zu üben an unseren Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken,

 

73 des Eides, den er unserem Vater Abraham geschworen hat, uns zu geben,

 

74 dass wir, aus der Hand der Feinde errettet, ihm furchtlos dienen 75in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle unsere Tage.

 

76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten,

 

77 um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in der Vergebung ihrer Sünden,

 

78 durch das herzliche Erbarmen unseres Gottes, mit dem uns der Aufgang aus der Höhe heimsuchen wird,

 

79 um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu lenken.

 

80 Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, und es war in den Wüsten bis zum Tag seines öffentlichen Auftretens vor Israel.

 

 

 

Kapitel 2

 

 

1 Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

 

2 Diese Schätzung war die erste und geschah, als Quirinius Statthalter in Syrien war.

 

3 Und alle gingen hin, sich schätzen zu lassen, ein jeder in seine Stadt.

 

4 Da machte sich auch Josef auf aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,

 

5 um sich schätzen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war.

 

6 Und es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte.

 

 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten keinen Raum in der Herberge.

 

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die hüteten des Nachts ihre Herde.

 

9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr.

 

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

 

11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

 

12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

 

13 Und alsbald war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

 

14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

 

15 Und es geschah, als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

 

16 Und sie kamen eilend und fanden Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

 

17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt worden war.

 

18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten ihnen gesagt hatten.

 

19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

 

20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

21 Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleibe empfangen war.

 

 22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,

 

23 wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn: Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen,

 

24 und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

 

25 Und siehe, ein Mensch war in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm.

 

26 Und ihm war vom Heiligen Geist geweissagt worden, er solle den Tod nicht sehen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.

 

27 Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz,

 

28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

 

29 Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; 30 denn meine Augen haben dein Heil gesehen,

 

31 das du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker,

 

32 ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.

 

33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde.

 

34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird

 

35 und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.

 

36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser; sie war hochbetagt und hatte nach ihrer Jungfrauschaft sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt

 

37 und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.

 

38 Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

 

39 Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth.

 

40 Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.

 

41 Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest.

 

42 Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes.

 

43 Und als die Tage vorüber waren und sie wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten es nicht.

 

44 Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.

 

45 Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und suchten ihn.

 

46 Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.

 

47 Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten.

 

48 Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.

 

49 Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?

 

50 Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.

 

51 Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.

 

52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

 

Kapitel 3

 

1 Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Tetrarch von Ituräa und der Landschaft Trachonitis, und Lysanias Tetrarch von Abilene,

 

2 unter dem Hohenpriester Hannas und Kajaphas, geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste.

 

3 Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden,

 

4 wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja: Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben!

 

5 Jedes Tal soll gefüllt werden, und jeder Berg und Hügel soll erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und die rauen Wege sollen zu ebenen werden.

 

6 Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.

 

7 Er sprach nun zu den Volksmengen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gezeigt, dem kommenden Zorn zu entfliehen?

 

8 Bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind, und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.

 

9 Schon liegt aber auch die Axt an der Wurzel der Bäume; jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

 

10 Und die Volksmengen fragten ihn und sprachen: Was sollen wir denn tun?

 

11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Gewänder hat, gebe dem ab, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.

 

12 Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Lehrer, was sollen wir tun?

 

13 Er aber sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch verordnet ist.

 

14 Es fragten ihn aber auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt an und erpresst niemanden, und begnügt euch mit eurem Sold.

 

15 Als aber das Volk in Erwartung war und alle in ihren Herzen über Johannes nachdachten, ob er nicht vielleicht der Christus sei,

 

16 antwortete Johannes allen und sprach: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich, dem ich nicht würdig bin, den Riemen seiner Schuhe zu lösen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.

 

17 Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.

 

18 Mit vielem anderen nun ermahnte er das Volk und verkündete ihm die frohe Botschaft.

 

19 Herodes aber, der Tetrarch, der von ihm zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen aller bösen Taten, die Herodes getan hatte,

 

20 fügte zu allem auch noch dies hinzu und schloss Johannes ins Gefängnis ein.

 

21 Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und auch Jesus getauft war und betete, dass sich der Himmel öffnete

 

22 und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabkam, und eine Stimme aus dem Himmel erging: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

 

23 Und Jesus selbst war, als er begann, etwa dreißig Jahre alt und war, wie man meinte, ein Sohn Josefs, des Sohnes des Eli,

 

24 des Mattat, des Levi, des Melchi, des Jannai, des Josef,

 

25 des Mattitja, des Amos, des Nahum, des Hesli, des Naggai,

 

26 des Mahat, des Mattitja, des Semein, des Josech, des Joda,

 

27 des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Schealtiel, des Neri,

 

28 des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er,

 

29 des Joschua, des Eliëser, des Jorim, des Mattat, des Levi,

 

30 des Simeon, des Juda, des Josef, des Jonam, des Eljakim,

 

31 des Melea, des Menna, des Mattata, des Natan, des David,

 

32 des Isai, des Obed, des Boas, des Salmon, des Nachschon,

 

33 des Amminadab, des Admin, des Arni, des Hezron, des Perez, des Juda,

 

34 des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Terach, des Nahor,

 

35 des Serug, des Regu, des Peleg, des Eber, des Schelach,

 

36 des Kenan, des Arpachschad, des Sem, des Noach, des Lamech,

 

37 des Metuschelach, des Henoch, des Jered, des Mahalalel, des Kenan,

 

38 des Enosch, des Set, des Adam — der von Gott war.

 

Kapitel 4

 

1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt

 

2 vierzig Tage lang, wobei er vom Teufel versucht wurde. Und er aß nichts in jenen Tagen, und als sie zu Ende waren, hungerte ihn.

 

3 Da sprach der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.

 

4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

 

5 Und er führte ihn hinauf und zeigte ihm alle Reiche des Erdkreises in einem Augenblick,

 

6 und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich all diese Macht geben und ihre Herrlichkeit; denn mir ist sie übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.

 

7 Wenn du nun vor mir anbetest, so soll sie ganz dein sein.

 

8 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.

 

9 Er führte ihn aber nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich von hier hinab;

 

10 denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, dass sie dich bewahren,

 

11 und: Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.

 

12 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.

 

13 Und als der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm bis zu gelegener Zeit.

 

14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von ihm ging aus durch die ganze umliegende Gegend.

 

15 Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen.

 

16 Und er kam nach Nazara, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.

 

17 Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht, und als er das Buch aufrollte, fand er die Stelle, wo geschrieben stand:

 

18 Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, den Gefangenen Freilassung zu verkündigen und den Blinden das Augenlicht, die Zerschlagenen in Freiheit zu entlassen,

 

19 zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.

 

20 Und er rollte das Buch zusammen, gab es dem Diener zurück und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet.

 

21 Er begann aber zu ihnen zu sprechen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.

 

22 Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde hervorgingen, und sprachen: Ist dieser nicht Josefs Sohn?

 

23 Und er sprach zu ihnen: Gewiss werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, heile dich selbst! Was wir gehört haben, dass in Kafarnaum geschehen ist, das tue auch hier in deiner Vaterstadt.

 

24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt.

 

25 In Wahrheit aber sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen des Elija in Israel, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate, sodass eine große Hungersnot über das ganze Land kam,

 

26 und zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt außer nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Witwe.

 

27 Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elischa, und keiner von ihnen wurde gereinigt außer Naaman, der Syrer.

 

28 Und alle in der Synagoge wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten,

 

29 und sie standen auf, trieben ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen.

 

30 Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging seines Weges. 31Und er kam hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa. Und er lehrte sie an den Sabbaten;

 

32 und sie waren betroffen über seine Lehre, denn sein Wort geschah mit Vollmacht.

 

33 Und in der Synagoge war ein Mensch, der den Geist eines unreinen Dämons hatte, und er schrie mit lauter Stimme:

 

34 Ha, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

 

35 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Dämon warf ihn in die Mitte und fuhr von ihm aus, ohne ihm zu schaden.

 

36 Und Entsetzen kam über alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet und sie ausfahren?

 

37 Und die Kunde von ihm ging aus an jeden Ort der umliegenden Gegend.

 

38 Er stand aber auf, verließ die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon aber lag an einem hohen Fieber darnieder, und sie baten ihn für sie.

 

39 Und er trat zu ihr, beugte sich über sie, bedrohte das Fieber, und es verließ sie; sogleich aber stand sie auf und diente ihnen.

 

40 Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke mit mancherlei Gebrechen hatten, sie zu ihm; er aber legte einem jeden von ihnen die Hände auf und heilte sie.

 

41 Es fuhren aber auch Dämonen von vielen aus, die schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass er der Christus war.

 

42 Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus und begab sich an einen einsamen Ort; und die Volksmengen suchten ihn und kamen bis zu ihm und hielten ihn fest, dass er nicht von ihnen fortgehe.

 

43 Er aber sprach zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt.

 

44 Und er predigte in den Synagogen Judäas.

 

Kapitel 5

 

1 Es geschah aber, als die Volksmenge sich zu ihm drängte und das Wort Gottes hörte, dass er am See Gennesaret stand,

 

2 und er sah zwei Boote am See liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze.

 

3 Er stieg in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land abzustoßen; dann setzte er sich und lehrte die Volksmengen vom Boot aus.

 

4 Als er aber aufgehört hatte zu reden, sagte er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe, und lasst eure Netze zum Fang hinab!

 

5 Und Simon antwortete und sagte: Meister, die ganze Nacht hindurch haben wir uns abgemüht und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze hinablassen.

 

6 Und als sie das getan hatten, umschlossen sie eine große Menge Fische; ihre Netze aber begannen zu reißen.

 

7 Und sie winkten ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen; und sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie zu sinken drohten.

 

8 Als Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sagte: Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!

 

9 Denn Schrecken hatte ihn ergriffen und alle, die bei ihm waren, über den Fang der Fische, die sie gefangen hatten,

 

10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Gefährten Simons waren. Und Jesus sagte zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

 

11 Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.

 

12 Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz; als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.

 

13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sagte: Ich will, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.

 

14 Und er gebot ihm, es niemandem zu sagen: Sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie es Mose angeordnet hat, ihnen zum Zeugnis.

 

15 Aber die Kunde von ihm verbreitete sich umso mehr, und große Volksmengen kamen zusammen, um zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.

 

16 Er selbst aber zog sich in die Einöden zurück und betete.

 

17 Und es geschah an einem der Tage, dass er lehrte, und es saßen dort Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war da, dass er heilte.

 

18 Und siehe, Männer brachten auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war, und sie suchten, ihn hineinzubringen und vor ihn hinzulegen.

 

19 Und da sie wegen der Volksmenge keinen Weg fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus hinab.

 

20 Und als er ihren Glauben sah, sagte er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.

 

21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen zu überlegen und sagten: Wer ist dieser, der Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?

 

22 Jesus aber erkannte ihre Gedanken, antwortete und sagte zu ihnen: Was überlegt ihr in euren Herzen?

 

23 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?

 

24 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben, sagte er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus!

 

25 Und sogleich stand er vor ihnen auf, nahm das, worauf er gelegen hatte, und ging in sein Haus, indem er Gott pries.

 

26 Und Entsetzen ergriff alle, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sagten: Wir haben heute Unglaubliches gesehen.

 

27 Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner namens Levi an der Zollstätte sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach!

 

28 Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.

 

29 Und Levi machte ihm ein großes Gastmahl in seinem Haus, und es war eine große Menge von Zöllnern und anderen, die mit ihnen zu Tisch lagen.

 

30 Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sagten: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?

 

31 Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.

 

32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr.

 

33 Sie aber sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer; die deinen aber essen und trinken.

 

34 Jesus aber sagte zu ihnen: Könnt ihr etwa die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?

 

35 Es werden aber Tage kommen, und wenn der Bräutigam von ihnen genommen wird, dann werden sie fasten, in jenen Tagen.

 

36 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Niemand reißt einen Flicken von einem neuen Gewand und setzt ihn auf ein altes Gewand; sonst zerreißt er das neue, und zum alten passt der Flicken vom neuen nicht.

 

37 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen und selbst auslaufen, und die Schläuche werden verderben.

 

38 Sondern neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen.

 

39 Und niemand, der alten getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte ist gut.

 

 

 

 

Kapitel 6

 

1 Es geschah aber an einem Sabbat, dass er durch die Saatfelder ging, und seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.

 

2 Einige der Pharisäer aber sagten: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?

 

3 Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht einmal das gelesen, was David tat, als ihn und die, die bei ihm waren, hungerte,

 

4 wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm, aß und denen gab, die bei ihm waren – die doch niemand essen darf außer allein die Priester?

 

5 Und er sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

 

6 Es geschah aber an einem anderen Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte. Und dort war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.

 

7 Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber beobachteten ihn, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie einen Grund fänden, ihn anzuklagen.

 

8 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und er stand auf und stellte sich hin.

 

9 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, ein Leben zu retten oder zu vernichten?

 

10 Und er blickte sie alle ringsum an und sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt.

 

11 Sie aber wurden von Unverstand erfüllt und besprachen miteinander, was sie mit Jesus tun sollten.

 

12 Es geschah aber in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten, und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott.

 

13 Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herbei und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte:

 

14 Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus

 

15 und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot genannt wird,

 

16 und Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

 

17 Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz, und eine große Schar seiner Jünger und eine große Menge des Volkes aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon,

 

18 die gekommen waren, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt,

 

19 und die ganze Menge suchte ihn zu berühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.

 

20 Und er hob seine Augen auf zu seinen Jüngern und sprach: Selig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes.

 

21 Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.

 

22 Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen.

 

23 Freut euch an jenem Tag und hüpft, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso taten ihre Väter den Propheten.

 

24 Doch wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost schon empfangen.

 

25 Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen.

 

26 Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden; denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten.

 

27 Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen,

 

28 segnet, die euch verfluchen, betet für die, die euch misshandeln.

 

29 Dem, der dich auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht.

 

30 Jedem, der dich bittet, gib, und von dem, der das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.

 

31 Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun, so tut auch ihr ihnen.

 

32 Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welcher Dank gebührt euch? Denn auch die Sünder lieben die, die sie lieben.

 

33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welcher Dank gebührt euch? Auch die Sünder tun dasselbe.

 

34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr zu empfangen hofft, welcher Dank gebührt euch? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückerhalten.

 

35 Vielmehr: Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerhoffen; und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

 

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

 

37 Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet werden; und verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt werden. Vergebt, so wird euch vergeben werden;

 

38 gebt, so wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes, gerütteltes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß geben; denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.

 

39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen?

 

40 Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer; wenn er aber vollendet ist, wird jeder wie sein Lehrer sein.

 

41 Warum aber siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken in deinem eigenen Auge aber bemerkst du nicht?

 

42 Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.

 

43 Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, noch wiederum einen faulen Baum, der gute Frucht bringt.

 

44 Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, noch liest man von einem Dornbusch Trauben.

 

45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse aus dem bösen das Böse; denn wovon das Herz überfließt, davon redet sein Mund.

 

46 Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage?

 

47 Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut – ich werde euch zeigen, wem er gleicht:

 

48 Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute, der grub und tief aushob und das Fundament auf den Felsen legte; als aber eine Überschwemmung kam, prallte der Strom an jenes Haus, und er vermochte es nicht zu erschüttern, weil es gut gebaut war.

 

49 Wer aber hört und nicht tut, gleicht einem Menschen, der ein Haus auf die Erde baute ohne Fundament; an das prallte der Strom, und sogleich stürzte es zusammen, und der Einsturz jenes Hauses war groß.

 

Kapitel 7

 

1 Nachdem er alle seine Worte vor den Ohren des Volkes vollendet hatte, ging er nach Kapernaum hinein.

 

2 Der Knecht eines Hauptmanns aber, der ihm wert war, lag krank darnieder und war am Sterben.

 

3 Da er von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm und bat ihn, er möge kommen und seinen Knecht retten.

 

4 Als sie zu Jesus kamen, baten sie ihn inständig und sprachen: Er ist es wert, dass du ihm dies gewährst;

 

5 denn er liebt unser Volk, und die Synagoge hat er uns selbst erbaut.

 

6 Jesus aber ging mit ihnen. Als er aber nicht mehr weit vom Hause entfernt war, sandte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemühe dich nicht, denn ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach eingehst;

 

7 darum habe ich auch mich selbst nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.

 

8 Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir, und ich sage zu diesem: Geh hin, und er geht; und zu einem anderen: Komm, und er kommt; und zu meinem Knecht: Tu dies, und er tut es.

 

9 Als Jesus dies hörte, verwunderte er sich über ihn, wandte sich um und sprach zu der Menge, die ihm folgte: Ich sage euch, nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden.

 

10 Und als die Gesandten in das Haus zurückkehrten, fanden sie den Knecht gesund.

 

11 Und es geschah danach, dass er in eine Stadt namens Nain ging, und seine Jünger und eine große Menge gingen mit ihm.

 

12 Als er sich aber dem Stadttor näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine ansehnliche Menge aus der Stadt war bei ihr.

 

13 Und als der Herr sie sah, erbarmte er sich über sie und sprach zu ihr: Weine nicht.

 

14 Und er trat hinzu und berührte den Sarg; die Träger aber blieben stehen, und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf!

 

15 Und der Tote setzte sich auf und begann zu reden, und er gab ihn seiner Mutter.

 

16 Da ergriff Furcht alle, und sie priesen Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns erstanden, und: Gott hat sein Volk heimgesucht.

 

17 Und diese Rede über ihn verbreitete sich in ganz Judäa und in der ganzen Umgegend.

 

18 Und dem Johannes berichteten seine Jünger von all diesem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich

 

19 und sandte sie zum Herrn und ließ sagen: Bist du der, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?

 

20 Als aber die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt sagen: Bist du der, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?

 

21 In jener Stunde heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.

 

22 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, und Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium verkündet;

 

23 und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.

 

24 Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, begann er zu den Volksmengen über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu schauen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird?

 

25 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen in weiche Kleider gehüllt? Siehe, die in prächtiger Kleidung und Üppigkeit leben, sind an den Höfen der Könige.

 

26 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, mehr als einen Propheten.

 

27 Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.

 

28 Ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist keiner größer als Johannes; der Kleinste aber im Reiche Gottes ist größer als er.

 

29 Und das ganze Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen;

 

30 die Pharisäer aber und die Gesetzeskundigen verwarfen den Ratschluss Gottes für sich selbst und ließen sich nicht von ihm taufen.

 

31 Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich?

 

32 Sie sind Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und einander zurufen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.

 

33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der kein Brot isst und keinen Wein trinkt, und ihr sagt: Er hat einen Dämon.

 

34 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt, und ihr sagt: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder.

 

35 Und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.

 

36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen, und er ging in das Haus des Pharisäers und legte sich zu Tisch.

 

37 Und siehe, eine Frau, die in der Stadt eine Sünderin war, erfuhr, dass er im Hause des Pharisäers zu Tisch lag, brachte ein Alabastergefäß mit Salböl

 

38 und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und begann, seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl.

 

39 Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn berührt, denn sie ist eine Sünderin.

 

40 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sprich.

 

41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner; der eine schuldete fünfhundert Denare, der andere fünfzig.

 

42 Da sie nicht bezahlen konnten, erließ er es beiden. Welcher von ihnen nun wird ihn mehr lieben?

 

43 Simon antwortete und sprach: Ich vermute, der, dem er das meiste erlassen hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.

 

44 Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für die Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet.

 

45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.

 

46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; diese aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt.

 

47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

 

48 Er aber sprach zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.

 

49 Und die mit zu Tisch lagen, begannen bei sich zu sprechen: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt?

 

50 Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden.

 

Kapitel 8

 

1 Und es geschah danach, dass er durch Städte und Dörfer zog, predigte und das Reich Gottes verkündigte, und die Zwölf mit ihm,

 

2 und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,

 

3 und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen mit ihrer Habe dienten.

 

4 Als aber eine große Menge zusammenkam und die Leute aus den Städten zu ihm zogen, sprach er in einem Gleichnis:

 

5 Der Sämann ging hinaus, seinen Samen zu säen. Und während er säte, fiel das eine an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.

 

6 Und anderes fiel auf den Felsen, und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.

 

7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es.

 

8 Und anderes fiel auf das gute Land und ging auf und brachte hundertfältige Frucht. Als er dies sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre.

 

9 Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute.

 

10 Er aber sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen.

 

11 Dies aber ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes.

 

12 Die aber am Weg sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und gerettet werden.

 

13 Die aber auf dem Felsen sind die, die das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel, sie glauben eine Zeit lang und fallen zur Zeit der Versuchung ab.

 

14 Was aber unter die Dornen fiel: das sind die, die hören und hingehen und von Sorgen, Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und keine Frucht zur Reife bringen.

 

15 Was aber auf dem guten Land ist: das sind die, die das Wort mit einem feinen und guten Herzen hören, es festhalten und Frucht bringen in Geduld.

 

16 Niemand aber zündet eine Leuchte an und bedeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf einen Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen.

 

17 Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werden wird, noch geheim, das nicht bekannt werden und an den Tag kommen wird.

 

18 Seht also zu, wie ihr hört; denn wer hat, dem wird gegeben werden; und wer nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.

 

19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Menge nicht zu ihm gelangen.

 

20 Es wurde ihm aber gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.

 

21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.

 

22 Es geschah aber an einem der Tage, dass er in ein Boot stieg, und seine Jünger, und er sprach zu ihnen: Lasst uns ans andere Ufer des Sees hinüberfahren. Und sie fuhren ab.

 

23 Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und ein Sturmwind fuhr auf den See herab, und sie liefen voll Wasser und waren in Gefahr.

 

24 Sie traten aber hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er aber stand auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers; und sie legten sich, und es wurde still.

 

25 Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich, verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet, und sie gehorchen ihm?

 

26 Und sie fuhren hin in das Gebiet der Gerasener, das Galiläa gegenüberliegt.

 

27 Als er aber ans Land stieg, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der Dämonen hatte und seit geraumer Zeit kein Gewand angelegt hatte und nicht in einem Haus blieb, sondern in den Grabstätten.

 

28 Als er aber Jesus sah, schrie er auf, fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht!

 

29 Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn viele Male hatte er ihn ergriffen, und man band ihn mit Ketten und Fußfesseln und bewachte ihn; und er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöden getrieben.

 

30 Jesus aber fragte ihn: Wie ist dein Name? Er aber sprach: Legion; denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.

 

31 Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht befehle, in den Abgrund zu fahren.

 

32 Es war aber dort eine große Herde Schweine, die am Berg weidete; und sie baten ihn, dass er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.

 

33 Die Dämonen aber fuhren aus dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank.

 

34 Als aber die Hirten das Geschehene sahen, flohen sie und meldeten es in der Stadt und auf dem Land.

 

35 Da gingen sie hinaus, das Geschehene zu sehen, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu Füßen Jesu sitzend; und sie fürchteten sich.

 

36 Die es gesehen hatten, berichteten ihnen aber, wie der Besessene gerettet worden war.

 

37 Und die ganze Menge aus der Umgegend der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen; denn große Furcht hatte sie ergriffen. Er aber stieg in ein Boot und kehrte zurück.

 

38 Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, bei ihm bleiben zu dürfen; er aber entließ ihn und sprach:

 

39 Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott an dir getan hat. Und er ging hin und verkündete in der ganzen Stadt, was Jesus an ihm getan hatte.

 

40 Als aber Jesus zurückkehrte, nahm ihn die Menge auf; denn alle warteten auf ihn.

 

41 Und siehe, es kam ein Mann mit Namen Jairus, und dieser war ein Vorsteher der Synagoge; und er fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen,

 

42 denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Als er aber hinging, drängte ihn die Menge.

 

43 Und eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss hatte und die von niemandem geheilt werden konnte,

 

44 trat von hinten heran und rührte den Saum seines Gewandes an, und sogleich stand ihr Blutfluss still.

 

45 Und Jesus sprach: Wer hat mich angerührt? Als aber alle es leugneten, sprach Petrus: Meister, die Menge umdrängt und bedrückt dich.

 

46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn ich habe erkannt, dass Kraft von mir ausgegangen ist.

 

47 Als aber die Frau sah, dass sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und verkündete vor dem ganzen Volk, aus welchem Grund sie ihn angerührt hatte und wie sie sogleich geheilt worden war.

 

48 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden.

 

49 Während er noch redete, kam jemand vom Synagogenvorsteher und sprach: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Lehrer nicht weiter.

 

50 Als aber Jesus es hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht, glaube nur, und sie wird gerettet werden.

 

51 Als er aber in das Haus kam, ließ er niemanden mit sich hineingehen außer Petrus, Johannes und Jakobus und den Vater des Kindes und die Mutter.

 

52 Alle aber weinten und beklagten sie. Er aber sprach: Weint nicht; denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.

 

53 Und sie verlachten ihn, da sie wussten, dass sie gestorben war.

 

54 Er aber ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!

 

55 Und ihr Geist kehrte zurück, und sie stand sogleich auf; und er ordnete an, ihr zu essen zu geben.

 

56 Und ihre Eltern gerieten außer sich; er aber gebot ihnen, niemandem das Geschehene zu sagen.

 

Kapitel 9

 

1 Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und Krankheiten zu heilen,

 

2 und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und zu heilen,

 

3 und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld, auch sollt ihr nicht zwei Gewänder haben.

 

4 Und in welches Haus ihr eintretet, dort bleibt, und von dort zieht weiter.

 

5 Und wo immer man euch nicht aufnimmt, geht fort aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.

 

6 Sie zogen aber aus und gingen von Dorf zu Dorf, verkündigten das Evangelium und heilten überall.

 

7 Herodes aber, der Tetrarch, hörte alles, was geschah, und war ratlos, weil von einigen gesagt wurde, Johannes sei von den Toten auferweckt worden,

 

8 von einigen aber, Elija sei erschienen, von anderen, einer der alten Propheten sei auferstanden.

 

9 Herodes aber sprach: Johannes habe ich enthaupten lassen; wer aber ist dieser, über den ich solches höre? Und er suchte ihn zu sehen.

 

10 Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm, was sie getan hatten. Und er nahm sie mit sich und zog sich für sich allein zurück in eine Stadt namens Betsaida.

 

11 Die Volksmengen aber erfuhren es und folgten ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die der Heilung bedurften, machte er gesund.

 

12 Der Tag aber begann sich zu neigen; da traten die Zwölf herzu und sprachen zu ihm: Entlass die Menge, damit sie in die umliegenden Dörfer und Höfe gehen, dort einkehren und Verpflegung finden; denn wir sind hier an einem einsamen Ort.

 

13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, wir gehen hin und kaufen Speise für dieses ganze Volk.

 

14 Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu je fünfzig lagern.

 

15 Und sie taten so und ließen alle sich lagern.

 

16 Er nahm aber die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel, segnete sie, brach sie und gab sie den Jüngern, um sie der Menge vorzulegen.

 

17 Und alle aßen und wurden satt, und es wurden aufgehoben, was ihnen an Brocken übrig blieb, zwölf Körbe.

 

18 Und es geschah, als er für sich allein betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie: Für wen halten mich die Volksmengen?

 

19 Sie aber antworteten und sprachen: Für Johannes den Täufer, andere aber für Elija, andere aber, einer der alten Propheten sei auferstanden.

 

20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus aber antwortete und sprach: Für den Gesalbten Gottes.

 

21 Er aber gebot ihnen streng, dies niemandem zu sagen,

 

22 und sprach: Der Menschensohn muss vieles leiden und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und am dritten Tag auferstehen.

 

23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir.

 

24 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten.

 

25 Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert oder Schaden nimmt?

 

26 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn schämen, wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

 

27 Ich sage euch aber wahrhaftig: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes sehen.

 

28 Es geschah aber nach diesen Worten, etwa acht Tage danach, [und] er nahm Petrus und Johannes und Jakobus mit und stieg auf den Berg, um zu beten.

 

29 Und es geschah, während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Gewand strahlend weiß.

 

30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm; es waren Mose und Elija,

 

31 die in Herrlichkeit erschienen und von seinem Ausgang sprachen, den er in Jerusalem vollenden sollte.

 

32 Petrus aber und die mit ihm waren vom Schlaf beschwert; als sie aber aufwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.

 

33 Und es geschah, als diese sich von ihm trennten, sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind; lass uns drei Hütten bauen, eine für dich und eine für Mose und eine für Elija und wusste nicht, was er sagte.

 

34 Während er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete sie; sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineingerieten.

 

35 Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein auserwählter Sohn; auf ihn hört!

 

36 Und als die Stimme erschollen war, fand sich Jesus allein. Und sie schwiegen und berichteten in jenen Tagen niemandem etwas von dem, was sie gesehen hatten.

 

37 Es geschah aber am folgenden Tag, als sie vom Berg herabgestiegen waren, kam ihm eine große Menge entgegen.

 

38 Und siehe, ein Mann aus der Menge rief: Meister, ich bitte dich, sieh auf meinen Sohn, denn er ist mein einziger,

 

39 und siehe, ein Geist ergreift ihn, und er schreit plötzlich, und er zerrt ihn hin und her, dass er schäumt, und kaum weicht er von ihm und reibt ihn dabei auf;

 

40 und ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, und sie konnten es nicht.

 

41 Jesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her!

 

42 Noch während er herankam, riss ihn der Dämon zu Boden und zerrte ihn hin und her; Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.

 

43 Alle aber gerieten außer sich über die Größe Gottes. Während sich aber alle über alles wunderten, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:

 

44 Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überliefert werden.

 

45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verhüllt, damit sie es nicht begriffen, und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen.

 

46 Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer wohl der Größte von ihnen sei.

 

47 Jesus aber, der den Gedanken ihres Herzens kannte, nahm ein Kind und stellte es neben sich

 

48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.

 

49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen einen, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir wehrten ihm, weil er nicht mit uns nachfolgt.

 

50 Jesus aber sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

 

51 Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu ziehen.

 

52 Und er sandte Boten vor sich her. Und sie gingen und kamen in ein Dorf der Samariter, um ihm Herberge zu bereiten;

 

53 und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem gerichtet war.

 

54 Als aber die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sprachen sie: Herr, willst du, dass wir sagen, Feuer solle vom Himmel fallen und sie verzehren?

 

55 Er aber wandte sich um und wies sie zurecht.

 

56 Und sie zogen in ein anderes Dorf.

 

57 Und als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.

 

58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann.

 

59 Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir! Der aber sprach:  Erlaube mir, zuerst hinzugehen und meinen Vater zu begraben.

 

60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes.

 

61 Es sprach aber auch ein anderer: Ich will dir folgen, Herr; zuerst aber erlaube mir, von denen in meinem Hause Abschied zu nehmen.

 

62 Jesus aber sprach: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.

 

 

 

 

Kapitel 10

 

1 Danach bestimmte der Herr zweiundsiebzig andere und sandte sie je zu zweien vor sich her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte.

 

2 Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte ist groß, die Arbeiter aber sind wenige; bittet daher den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende.

 

3 Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.

 

4 Tragt keinen Geldbeutel, keine Tasche, keine Schuhe, und grüßt niemanden auf dem Weg.

 

5 In welches Haus ihr aber eintretet, sagt zuerst: Friede diesem Hause!

 

6 Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren.

 

7 Bleibt aber in demselben Haus, esst und trinkt, was sie haben; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von Haus zu Haus.

 

8 Und in welche Stadt ihr kommt und man euch aufnimmt, esst, was euch vorgesetzt wird,

 

9 und heilt die Kranken darin und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist zu euch nahe gekommen.

 

10 In welche Stadt ihr aber kommt und man euch nicht aufnimmt, geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht:

 

11 Auch den Staub, der sich aus eurer Stadt an unsere Füße geheftet hat, wischen wir euch ab; doch dies sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe gekommen.

 

12 Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tage erträglicher ergehen als jener Stadt.

 

13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche sitzend Buße getan.

 

14 Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch.

 

15 Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis in den Hades wirst du hinabsteigen.

 

16 Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat.

 

17 Die Zweiundsiebzig aber kehrten mit Freude zurück und sagten: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen.

 

18 Er aber sprach zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

 

19 Siehe, ich habe euch die Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.

 

20 Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind, sondern freut euch, dass eure Namen im Himmel eingeschrieben sind.

 

21 In derselben Stunde frohlockte er im Heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es Unmündigen offenbart hast; ja, Vater, denn so hat es dir wohlgefallen.

 

22 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, außer der Vater, und wer der Vater ist, außer der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

 

23 Und er wandte sich zu den Jüngern und sprach zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht.

 

24 Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

 

25 Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

 

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?

 

27 Er antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.

 

28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, und du wirst leben.

 

29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

 

30 Jesus nahm das Wort auf und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter Räuber; die zogen ihn aus, schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen.

 

31 Zufällig aber ging ein Priester denselben Weg hinab, und als er ihn sah, ging er vorüber.

 

32 Ebenso kam auch ein Levit an die Stelle, sah ihn und ging vorüber.

 

33 Ein Samariter aber, der unterwegs war, kam zu ihm, und als er ihn sah, wurde er von Mitleid ergriffen,

 

34 trat hinzu, verband seine Wunden und goss Öl und Wein darauf; dann hob er ihn auf sein eigenes Lasttier, brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn.

 

35 Und am folgenden Tag zog er zwei Denare heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Sorge für ihn, und was du mehr aufwendest, das will ich dir erstatten, wenn ich zurückkomme.

 

36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist dem, der unter die Räuber gefallen war, der Nächste gewesen?

 

37 Er aber sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm getan hat. Da sprach Jesus zu ihm: Geh hin und tu desgleichen.

 

38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf; eine Frau aber mit Namen Marta nahm ihn auf.

 

39 Und diese hatte eine Schwester, die Maria hieß; die setzte sich zu den Füßen des Herrn und hörte auf sein Wort.

 

40 Marta aber war ganz in Anspruch genommen von vielem Dienen; sie trat hinzu und sprach: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein dienen lässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll.

 

41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du sorgst und mühst dich um vieles;

 

42 eines aber ist not: Maria hat den guten Teil erwählt, der ihr nicht genommen werden wird.

 

Kapitel 11

 

1 Und es geschah, als er an einem Ort betete und aufgehört hatte, da sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat.

 

2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme;

 

3 unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag;

 

4 und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung.

 

5 Und er sprach zu ihnen: Wer von euch hat einen Freund und geht zu ihm um Mitternacht und spricht zu ihm: Freund, leihe mir drei Brote,

 

6 denn ein Freund von mir ist von der Reise zu mir gekommen, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen könnte;

 

7 und jener würde von drinnen antworten und sagen: Mache mir keine Mühe; die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben.

 

8 Ich sage euch: Wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Unverschämtheit aufstehen und ihm geben, so viel er braucht.

 

9 Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.

 

1 0Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, findet; und dem, der anklopft, wird aufgetan werden.

 

11 Welchen Vater unter euch wird der Sohn um einen Fisch bitten, und er wird ihm statt des Fisches eine Schlange geben?

 

12 Oder auch, wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion geben?

 

13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater vom Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

 

14 Und er trieb einen Dämon aus, und der war stumm; es geschah aber, als der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme, und die Volksmengen verwunderten sich.

 

15 Einige aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

 

16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

 

17 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und Haus fällt auf Haus.

 

18 Wenn aber auch der Satan mit sich selbst uneins ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen durch Beelzebul aus.

 

19 Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.

 

20 Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen.

 

21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist sein Besitz in Frieden;

 

22 wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, auf die er sich verließ, und verteilt seine Beute.

 

23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

 

24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Orte, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich ausgegangen bin.

 

25 Und wenn er kommt, findet er es gefegt und geschmückt.

 

26 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die böser sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort; und es wird das Letzte jenes Menschen ärger als das Erste.

 

27 Es geschah aber, als er dies redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast.

 

28 Er aber sprach: Ja vielmehr, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

 

29 Als aber die Volksmengen sich versammelten, fing er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Jona.

 

30 Denn wie Jona den Niniviten ein Zeichen wurde, so wird auch der Menschensohn diesem Geschlecht eines sein.

 

31 Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, hier ist mehr als Salomo.

 

32 Die Männer von Ninive werden im Gericht auferstehen mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin, und siehe, hier ist mehr als Jona.

 

33 Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen verborgenen Winkel, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen.

 

34 Das Licht des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster.

 

35 Sieh nun zu, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.

 

36 Wenn nun dein Leib ganz licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn das Licht dich mit seinem Strahl erleuchtet.

 

37 Während er aber redete, bat ihn ein Pharisäer, bei ihm zu Mittag zu essen; er ging hinein und legte sich zu Tisch.

 

38 Der Pharisäer aber verwunderte sich, als er sah, dass er sich nicht zuerst vor dem Mahl gewaschen hatte.

 

39 Der Herr aber sprach zu ihm: Nun, ihr Pharisäer reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll Raub und Bosheit.

 

40 Ihr Toren, hat nicht der, der das Äußere gemacht hat, auch das Innere gemacht?

 

41 Gebt doch, was darin ist, als Almosen, und siehe, alles ist euch rein.

 

42 Aber wehe euch Pharisäern, denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Gemüse und geht am Gericht und an der Liebe Gottes vorüber; dies aber hätte man tun und jenes nicht lassen sollen.

 

43 Wehe euch Pharisäern, denn ihr liebt den vordersten Sitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten.

 

44 Wehe euch, denn ihr seid wie die unkenntlichen Gräber, und die Menschen, die darüber hingehen, wissen es nicht.

 

45 Da antwortete einer der Gesetzeslehrer und sprach zu ihm: Meister, mit diesen Worten schmähst du auch uns.

 

46 Er aber sprach: Auch euch Gesetzeslehrern wehe, denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten, und ihr selbst rührt die Lasten nicht mit einem eurer Finger an.

 

47 Wehe euch, denn ihr baut die Grabmäler der Propheten, eure Väter aber haben sie getötet.

 

48 So seid ihr Zeugen und stimmt den Werken eurer Väter zu; denn sie haben sie getötet, ihr aber baut.

 

49 Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und von ihnen werden sie töten und verfolgen,

 

50 damit das Blut aller Propheten, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert werde,

 

51 vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Haus umgekommen ist; ja, ich sage euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden.

 

52 Wehe euch Gesetzeslehrern, denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt die, die hineingehen wollten, gehindert.

 

53 Und als er von dort hinausging, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, ihm heftig zuzusetzen und ihn über vieles auszufragen,

 

54 wobei sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Mund zu erjagen.

 

Kapitel 12

 

1 Unterdessen, als sich die Volksmenge zu Zehntausenden versammelt hatte, sodass sie einander traten, begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sprechen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das ist die Heuchelei.

 

2 Es ist aber nichts verhüllt, das nicht enthüllt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.

 

3 Darum: Was ihr in der Finsternis gesagt habt, wird im Licht gehört werden, und was ihr in den Kammern ins Ohr geflüstert habt, wird auf den Dächern verkündet werden.

 

4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter tun können.

 

5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, den fürchtet.

 

6 Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen.

 

7 Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.

 

8 Ich sage euch aber: Jeder, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes;

 

9 wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.

 

10 Und jeder, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.

 

11 Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Gewalten führen, so sorgt euch nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt;

 

12 denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was zu sagen ist.

 

13 Es sprach aber einer aus der Menge zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile.

 

14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?

 

15 Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

 

16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte gut getragen.

 

17 Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle.

 

18 Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und dort all mein Korn und meine Güter sammeln

 

19 und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter liegen auf viele Jahre; ruhe, iss, trink, sei fröhlich.

 

20 Gott aber sprach zu ihm: Du Tor, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?

 

21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und nicht reich ist bei Gott.

 

22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt.

 

23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.

 

24 Betrachtet die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Kammer noch Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel!

 

25 Wer aber von euch kann mit seinem Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle hinzufügen?

 

26 Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das Übrige?

 

27 Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht und spinnen nicht. Ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit war nicht gekleidet wie eine von ihnen.

 

28 Wenn aber Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!

 

29 Auch ihr, fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und ängstigt euch nicht.

 

30 Denn nach all dem trachten die Völker der Welt; euer Vater aber weiß, dass ihr dessen bedürft.

 

31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so wird euch dies hinzugegeben werden.

 

32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben.

 

33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.

 

34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

 

35 Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lampen brennen;

 

36 und ihr sollt Menschen gleichen, die auf ihren Herrn warten, wann er von der Hochzeit aufbricht, damit sie ihm, wenn er kommt und anklopft, sogleich öffnen.

 

37 Selig sind jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich gürten und sie zu Tisch setzen und herzutreten und ihnen dienen.

 

38 Und wenn er in der zweiten oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet: selig sind jene.

 

39 Das aber wisst: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen.

 

40 Auch ihr, seid bereit; denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht vermutet.

 

41 Petrus aber sprach: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen?

 

42 Und der Herr sprach: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, dass er ihnen zur rechten Zeit die Kornration gebe?

 

43 Selig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, so handelnd finden wird.

 

44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.

 

45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen und zu trinken und sich zu betrinken,

 

46 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm sein Teil bei den Ungläubigen geben.

 

47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und nichts bereitet noch nach seinem Willen getan hat, wird viele Schläge erhalten;

 

48 wer ihn aber nicht kannte und tat, was Schläge verdient, wird wenige erhalten. Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr verlangen.

 

49 Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet!

 

50 Ich muss aber mit einer Taufe getauft werden, und wie ist mir bange, bis sie vollendet ist!

 

51 Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung.

 

52 Denn von nun an werden fünf in einem Haus entzweit sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei;

 

53 es werden entzweit sein: der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

54 Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke im Westen aufsteigen seht, sagt ihr sogleich: Es kommt Regen, und es geschieht so.

 

55 Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: Es wird heiß werden, und es geschieht.

 

56 Ihr Heuchler, das Angesicht der Erde und des Himmels versteht ihr zu beurteilen; wie versteht ihr aber diese Zeit nicht zu beurteilen?

 

57 Warum urteilt ihr nicht auch von euch selbst aus, was recht ist?

 

58 Denn wenn du mit deinem Widersacher vor die Obrigkeit gehst, so gib dir noch auf dem Weg Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht vor den Richter schleppe und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis werfe.

 

59 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.

 

Kapitel 13

 

1 Es waren aber zu derselben Zeit einige zugegen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.

 

2 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder gewesen seien als alle anderen Galiläer, weil sie dies erlitten haben?

 

3 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.

 

4 Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete – meint ihr, dass sie schuldiger gewesen seien als alle Menschen, die in Jerusalem wohnen?

 

5 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle gleicherweise umkommen.

 

6 Er sagte aber dieses Gleichnis: Jemand hatte einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war, und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine.

 

7 Da sprach er zum Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich nun und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine; hau ihn ab! Wozu macht er auch das Land unbrauchbar?

 

8 Der aber antwortete und sagte zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn herum gegraben und Dünger gelegt habe;

 

9 vielleicht bringt er künftig Frucht; wenn aber nicht, so magst du ihn abhauen.

 

10 Er lehrte aber am Sabbat in einer der Synagogen.

 

11 Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Schwachheit hatte; und sie war verkrümmt und konnte sich überhaupt nicht aufrichten.

 

12 Als Jesus sie sah, rief er sie herbei und sprach zu ihr: Frau, du bist von deiner Schwachheit befreit!

 

13 Und er legte ihr die Hände auf; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

 

14 Der Synagogenvorsteher aber, unwillig darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, antwortete und sagte zur Menge: Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten soll; an diesen also kommt und lasst euch heilen, und nicht am Sabbattag.

 

15 Der Herr aber antwortete ihm und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn weg, um ihn zu tränken?

 

16 Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, die der Satan – siehe – achtzehn Jahre gebunden hat, sollte sie nicht von dieser Fessel gelöst werden am Sabbattag?

 

17 Und als er dies sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt, und die ganze Menge freute sich über alle die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

 

18 Er sprach nun: Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?

 

19 Es ist einem Senfkorn gleich, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf; und es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

 

20 Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?

 

21 Es ist einem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und in drei Maß Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.

 

22 Und er zog durch Städte und Dörfer, lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem.

 

23 Es sprach aber jemand zu ihm: Herr, sind es wenige, die gerettet werden? Er aber sprach zu ihnen:

 

24 Ringt danach, durch die enge Tür einzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzukommen suchen und es nicht vermögen.

 

25 Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, öffne uns! – so wird er antworten und euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid.

 

26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt.

 

27 Und er wird sprechen und euch sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid; weicht von mir, ihr alle, die ihr Unrecht tut!

 

28 Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, euch selbst aber hinausgeworfen.

 

29 Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden und im Reiche Gottes zu Tische liegen.

 

30 Und siehe, es gibt Letzte, die Erste sein werden, und es gibt Erste, die Letzte sein werden.

 

31 In derselben Stunde traten einige Pharisäer herzu und sagten zu ihm: Geh hinaus und zieh fort von hier, denn Herodes will dich töten.

 

32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet.

 

33 Doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage weiterziehen; denn es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb Jerusalems umkomme.

 

34 Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und die zu dir Gesandten steinigst – wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Brut unter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt!

 

35 Siehe, euer Haus wird euch überlassen. Ich sage euch : Ihr werdet mich nicht sehen, ihr sprecht: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!

 

 

 

 

Kapitel 14

 

 

1 Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der Obersten der Pharisäer kam, um Brot zu essen, dass sie ihn genau beobachteten.

 

2 Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm.

 

3 Und Jesus hob an und sprach zu den Gesetzeslehrern und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?

 

4 Sie aber schwiegen. Und er fasste ihn an, heilte ihn und ließ ihn gehen.

 

5 Und zu ihnen sprach er: Wer von euch, dem ein Sohn oder ein Ochse in einen Brunnen fällt, wird ihn nicht sogleich herausziehen am Tage des Sabbats?

 

6 Und sie vermochten nichts darauf zu erwidern.

 

7 Er sagte aber zu den Geladenen ein Gleichnis, als er beobachtete, wie sie sich die ersten Plätze aussuchten, und sprach zu ihnen:

 

8 Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit geladen wirst, so setze dich nicht auf den ersten Platz, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm geladen sei

 

9 und der, der dich und ihn geladen hat, komme und zu dir sage: Mach diesem Platz! Und du dann mit Scham den letzten Platz einnehmen musst.

 

10 Sondern wenn du geladen bist, so geh hin und setze dich auf den letzten Platz, damit, wenn der kommt, der dich geladen hat, er zu dir sage: Freund, rücke höher hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tische liegen.

 

11 Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

12 Er sagte aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl gibst, so lade nicht deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit nicht auch sie dich wieder einladen und dir Vergeltung zuteilwerde.

 

13 Sondern wenn du ein Gastmahl gibst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein;

 

14 und selig wirst du sein, denn sie haben nichts, dir zu vergelten; es wird dir nämlich vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

 

15 Als aber einer von den Tischgenossen dies hörte, sprach er zu ihm: Selig, wer Brot essen wird im Reiche Gottes.

 

16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Abendmahl und lud viele ein.

 

17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit.

 

18 Und sie fingen alle einmütig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.

 

19 Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.

 

20 Und ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet und kann darum nicht kommen.

 

21 Und der Knecht kam und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen hier herein.

 

22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, und es ist noch Platz.

 

23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde.

 

24 Denn ich sage euch: Keiner jener Männer, die geladen waren, wird mein Abendmahl kosten.

 

25 Es zogen aber viele Volksscharen mit ihm, und er wandte sich um und sprach zu ihnen:

 

26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.

 

27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein.

 

28 Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er genug hat zur Vollendung?

 

29 Damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten

 

30 und zu sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte es nicht vollenden.

 

31 Oder welcher König, der auszieht, mit einem anderen König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuerst hin und berät, ob er imstande ist, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn kommt?

 

32 Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um Frieden.

 

33 So kann also keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er besitzt, mein Jünger sein.

 

34 Gut ist also das Salz; wenn aber auch das Salz fade wird, womit soll man würzen?

 

35 Weder für den Acker noch für den Mist ist es tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre.

 

 

 

 

Kapitel 15

 

1 Es nahten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.

 

2 Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen.

 

3 Er aber sagte zu ihnen dieses Gleichnis und sprach:

 

4 Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?

 

5 Und wenn er es gefunden hat, legt er es voll Freude auf seine Schultern,

 

6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein verlorenes Schaf gefunden.

 

7 Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

 

8 Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, eine Lampe an, kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie findet?

 

9 Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.

 

10 So, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

 

11 Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

 

12 Und der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zukommt. Er aber teilte ihnen das Gut auf.

 

13 Und nicht viele Tage danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.

 

14 Als er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er begann Mangel zu leiden.

 

15 Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes, und der schickte ihn auf seine Felder, die Schweine zu hüten.

 

16 Und er begehrte, sich mit den Schoten zu sättigen, die die Schweine fraßen, und niemand gab sie ihm.

 

17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um.

 

18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,

 

19 ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner.

 

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, und er lief hin, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

 

21 Der Sohn aber sagte zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.

 

22 Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand heraus und zieht es ihm an, und gebt einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße,

 

23 und holt das gemästete Kalb, schlachtet es, und lasst uns essen und fröhlich sein,

 

24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

 

25 Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld; und als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Reigen,

 

26 und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.

 

27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.

 

28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen; sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu.

 

29 Er aber antwortete und sagte zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten, und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sei;

 

30 als aber dieser dein Sohn kam, der dein Gut mit Dirnen verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

 

31 Er aber sagte zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein;

 

32 man musste aber fröhlich sein und sich freuen, denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, und er war verloren und ist gefunden worden.

 

 

Kapitel 16

 

 

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, und dieser wurde bei ihm angeklagt, dass er seinen Besitz verschleudere.

 

2 Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was höre ich da über dich? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung, denn du kannst nicht länger Verwalter sein.

 

3 Der Verwalter aber sprach bei sich selbst: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung wegnimmt? Graben kann ich nicht, zu betteln schäme ich mich.

 

4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich, wenn ich aus der Verwaltung entfernt werde, in ihre Häuser aufnehmen.

 

5 Und er rief jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn zu sich und sprach zum ersten: Wie viel schuldest du meinem Herrn?

 

6 Der aber sagte: Hundert Bat Öl. Er aber sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich hin und schreibe schnell fünfzig.

 

7 Danach sagte er zu einem anderen: Du aber, wie viel schuldest du? Der aber sagte: Hundert Kor Weizen. Er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreibe achtzig.

 

8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Weltzeit sind klüger als die Söhne des Lichts gegenüber ihrem eigenen Geschlecht.

 

9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit sie euch, wenn er zu Ende geht, in die ewigen Wohnungen aufnehmen.

 

10 Wer im Geringsten treu ist, ist auch im Großen treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch im Großen ungerecht.

 

11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahre anvertrauen?

 

12 Und wenn ihr mit dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben?

 

13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

 

14 Das alles aber hörten die Pharisäer, die geldgierig waren, und sie verspotteten ihn.

 

15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch ist, ist ein Gräuel vor Gott.

 

16 Das Gesetz und die Propheten reichen bis Johannes; von da an wird das Reich Gottes verkündigt, und jeder drängt sich mit Gewalt hinein.

 

17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Strichlein vom Gesetz falle.

 

18 Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, bricht die Ehe.

 

19 Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feines Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

 

20 Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seinem Tor, voller Geschwüre,

 

21 und begehrte, sich zu sättigen von dem, was vom Tisch des Reichen fiel; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.

 

22 Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde; es starb aber auch der Reiche und wurde begraben.

 

23 Und als er im Hades seine Augen erhob, während er in Qualen war, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

 

24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle, denn ich leide Pein in dieser Flamme.

 

25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein.

 

26 Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgesetzt, damit die, die von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch von dort zu uns herüberkommen.

 

27 Er aber sprach: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest,

 

28 denn ich habe fünf Brüder, damit er sie warne, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.

 

29 Abraham aber spricht: Sie haben Mose und die Propheten; auf die sollen sie hören.

 

30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen geht, werden sie Buße tun.

 

31 Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

 

Kapitel 17

 

1 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass die Ärgernisse nicht kommen; aber wehe dem, durch den sie kommen!

 

2 Es wäre ihm besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als dass er einen dieser Kleinen ärgerte.

 

3 Habt acht auf euch selbst! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn er Buße tut, so vergib ihm.

 

4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir zurückkehrt und spricht: Ich tue Buße, so sollst du ihm vergeben.

 

5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben!

 

6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und pflanze dich ins Meer! – und er würde euch gehorchen.

 

7 Wer aber von euch, der einen Knecht hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm sogleich her und setze dich zu Tisch?

 

8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und danach sollst du essen und trinken?

 

9 Dankt er etwa dem Knecht, weil er getan hat, was ihm befohlen war?

 

10 So auch ihr: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

 

11 Und es geschah, als er nach Jerusalem zog, dass er mitten durch Samaria und Galiläa hindurchging.

 

12 Und als er in ein Dorf hineinging, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben

 

13 und ihre Stimme erhoben und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich unser!

 

14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein.

 

15 Einer aber von ihnen kehrte, als er sah, dass er geheilt war, zurück und pries Gott mit lauter Stimme,

 

16 und er fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm; und der war ein Samariter.

 

17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?

 

18 Hat sich keiner gefunden, der zurückkehrte, um Gott die Ehre zu geben, außer diesem Fremden?

 

19 Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin; dein Glaube hat dich gerettet.

 

20 Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte;

 

21 man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: Dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

 

22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.

 

23 Und man wird zu euch sagen: Siehe dort! oder: Siehe hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher!

 

24 Denn wie der Blitz, wenn er aufblitzt, von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen leuchtet, so wird der Menschensohn sein an seinem Tage.

 

25 Zuvor aber muss er vieles leiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.

 

26 Und wie es geschah in den Tagen Noahs, so wird es auch sein in den Tagen des Menschensohnes:

 

27 Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und alle vernichtete.

 

28 Ebenso, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten;

 

29 an dem Tag aber, als Lot aus Sodom herausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vernichtete alle.

 

30 Ebenso wird es sein an dem Tag, da der Menschensohn offenbart wird.

 

31 Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, der steige nicht hinab, um sie zu holen; und wer auf dem Feld ist, kehre ebenso nicht zurück.

 

32 Gedenkt an Lots Frau!

 

33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; wer es aber verliert, der wird es lebendig erhalten.

 

34 Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen und der andere zurückgelassen werden.

 

35  Zwei Frauen werden miteinander mahlen; die eine wird angenommen, die andere aber zurückgelassen werden.

 

37 Und sie antworteten und sprachen zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da werden sich auch die Geier versammeln.

 

Kapitel 18

 

1 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten,

 

2 und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.

 

3 Es war aber eine Witwe in jener Stadt, und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher.

 

4 Und er wollte lange Zeit nicht. Danach aber sprach er bei sich selbst: Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue,

 

5 so will ich doch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht am Ende kommt und mir ins Gesicht schlägt.

 

6 Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt!

 

7 Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, und sollte er sie lange warten lassen?

 

8 Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wird der Menschensohn, wenn er kommt, wohl den Glauben finden auf Erden?

 

9 Er sagte aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis:

 

10 Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.

 

11 Der Pharisäer stand da und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

 

12 Ich faste zweimal in der Woche, ich gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.

 

13 Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

 

14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

15 Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, damit er sie anrühre; als aber die Jünger es sahen, fuhren sie sie an.

 

16 Jesus aber rief sie herbei und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.

 

17 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gewiss nicht hineinkommen.

 

18 Und ein Oberer fragte ihn und sprach: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

 

19 Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer dem einen Gott.

 

20 Die Gebote kennst du: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis ablegen, ehre deinen Vater und deine Mutter.

 

21 Er aber sprach: Dies alles habe ich gehalten von Jugend an.

 

22 Als aber Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach!

 

23 Als er aber das hörte, wurde er tief betrübt; denn er war sehr reich.

 

24 Als aber Jesus sah, dass er tief betrübt geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die, die Vermögen haben, in das Reich Gottes hinein!

 

25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.

 

26 Da sprachen die, die es hörten: Wer kann dann gerettet werden?

 

27 Er aber sprach: Was bei Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich.

 

28 Petrus aber sprach: Siehe, wir haben das Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt.

 

29 Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es gibt niemanden, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen,

 

30d er nicht vielfach mehr empfangen wird in dieser Zeit und in der kommenden Weltzeit das ewige Leben.

 

31 Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist.

 

32 Denn er wird den Heiden überliefert und verspottet und misshandelt und angespien werden,

 

33 und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tag wird er auferstehen.

 

34 Und sie verstanden nichts davon, und dieses Wort war vor ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was gesagt wurde.

 

35 Es geschah aber, als er sich Jericho näherte, dass ein Blinder am Weg saß und bettelte.

 

36 Als er aber die Menge vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.

 

37 Man berichtete ihm aber, dass Jesus der Nazoräer vorübergehe.

 

38 Und er rief laut: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!

 

39 Und die vorangingen, fuhren ihn an, er solle schweigen; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!

 

40 Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu ihm zu führen. Als er aber nahe gekommen war, fragte er ihn:

 

41 Was willst du, dass ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, dass ich wieder sehen kann.

 

42 Und Jesus sprach zu ihm: Sieh wieder! Dein Glaube hat dich gerettet.

 

43 Und sogleich sah er wieder und folgte ihm nach und pries Gott. Und das ganze Volk, das es sah, gab Gott Lob.

 

 

 

 

Kapitel 19

 

 

1 Und er ging hinein und zog durch Jericho hindurch.

 

2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, und er war Oberzöllner und war reich.

 

3 Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Menge, denn er war klein von Gestalt.

 

4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er vorbeikommen.

 

5 Und als er an die Stelle kam, blickte Jesus auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilends herab, denn heute muss ich in deinem Hause bleiben.

 

6 Und er stieg eilends herab und nahm ihn mit Freuden auf.

 

7 Und als sie es sahen, murrten alle und sprachen: Bei einem sündigen Mann ist er eingekehrt.

 

8 Zachäus aber trat hin und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemandem etwas abgepresst habe, so gebe ich es vierfach zurück.

 

9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist;

 

10 denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

 

11 Als sie aber dies hörten, fügte er ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich erscheinen.

 

12 Er sprach also: Ein Mensch von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um für sich die Königsherrschaft zu empfangen und zurückzukehren.

 

13 Er rief aber zehn seiner Knechte, gab ihnen zehn Minen und sprach zu ihnen: Treibt Handel damit, bis ich komme.

 

14 Seine Mitbürger aber hassten ihn und sandten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.

 

15 Und es geschah, als er zurückkam, nachdem er die Königsherrschaft empfangen hatte, da ließ er diese Knechte rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was sie erwirtschaftet hätten.

 

16 Da erschien der erste und sprach: Herr, deine Mine hat zehn Minen hinzuerworben.

 

17 Und er sprach zu ihm: Recht so, guter Knecht! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte.

 

18 Und der zweite kam und sprach: Deine Mine, Herr, hat fünf Minen eingebracht.

 

19 Er sprach aber auch zu diesem: Auch du sollst über fünf Städte gesetzt sein.

 

20 Und der andere kam und sprach: Herr, siehe, hier ist deine Mine, die ich in einem Tuch verwahrt hatte;

 

21 denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist: du nimmst, was du nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.

 

22 Er spricht zu ihm: Aus deinem eigenen Munde will ich dich richten, du böser Knecht. Du wusstest, dass ich ein strenger Mensch bin, der nimmt, was er nicht hingelegt, und erntet, was er nicht gesät hat?

 

23 Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gegeben? So hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen eingefordert.

 

24 Und zu den Dabeistehenden sprach er: Nehmt ihm die Mine weg und gebt sie dem, der die zehn Minen hat.

 

25 Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat schon zehn Minen!

 

26 Ich sage euch: Jedem, der hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.

 

27 Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche, bringt her und macht sie vor mir nieder.

 

28 Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem.

 

29 Und es geschah, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, an den Berg, der Ölberg heißt, sandte er zwei der Jünger

 

30 und sprach: Geht in das Dorf gegenüber; wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her.

 

31 Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, so sollt ihr sagen: Der Herr bedarf seiner.

 

32 Die Abgesandten aber gingen hin und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte.

 

33 Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen dessen Besitzer zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?

 

34 Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner.

 

35 Und sie führten es zu Jesus, warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf.

 

36 Während er aber dahinzog, breiteten sie ihre Kleider auf dem Wege aus.

 

37 Als er aber schon nahe an den Abstieg des Ölbergs kam, begann die ganze Schar der Jünger voll Freude Gott mit lauter Stimme zu loben wegen aller Machttaten, die sie gesehen hatten,

 

38 und sprachen: Gesegnet sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe!

 

39 Und einige der Pharisäer aus der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise deine Jünger zurecht!

 

40 Und er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.

 

41 Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie

 

42 und sprach: Wenn doch auch du an diesem Tage erkannt hättest, was zum Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.

 

43 Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich aufwerfen und dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen,

 

44 und sie werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

 

45 Und er ging in den Tempel und begann, die Verkäufer hinauszutreiben,

 

46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.

 

47 Und er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten und die Ersten des Volkes trachteten danach, ihn umzubringen,

 

48 und fanden nicht, was sie tun sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihm zu.

 

Kapitel 20

 

 

1 Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten hinzu

 

2 und sprachen zu ihm: Sage uns, in welcher Vollmacht du dies tust, oder wer es ist, der dir diese Vollmacht gegeben hat.

 

3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Auch ich will euch etwas fragen, und sagt es mir:

 

4 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?

 

5 Sie aber überlegten miteinander und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?

 

6 Wenn wir aber sagen: von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet ist.

 

7 Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher.

 

8 Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

 

9 Er begann aber, zum Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Weingärtner und zog für geraume Zeit außer Landes.

 

10 Und zur rechten Zeit sandte er zu den Weingärtnern einen Knecht, damit sie ihm von der Frucht des Weinbergs gäben; die Weingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.

 

11 Und er fuhr fort und sandte einen anderen Knecht; sie aber schlugen auch diesen, schmähten ihn und schickten ihn leer fort.

 

12 Und er fuhr fort und sandte einen dritten; sie aber verwundeten auch diesen und warfen ihn hinaus.

 

13 Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht werden sie vor diesem sich scheuen.

 

14 Als aber die Weingärtner ihn sahen, überlegten sie miteinander und sprachen: Dieser ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe unser werde.

 

15 Und sie warfen ihn hinaus aus dem Weinberg und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?

 

16 Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne!

 

17 Er aber blickte sie an und sprach: Was bedeutet denn dies, das geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden?

 

18 Jeder, der auf jenen Stein fällt, wird zerschmettert werden; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.

 

19 Und die Schriftgelehrten und die Hohenpriester trachteten danach, in derselben Stunde Hand an ihn zu legen, doch fürchteten sie das Volk; denn sie erkannten, dass er dieses Gleichnis gegen sie gesagt hatte.

 

20 Und sie lauerten ihm auf und sandten Aufpasser, die sich stellten, als seien sie gerecht, damit sie ihn bei einem Wort fassen könnten, um ihn der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters zu überliefern.

 

21 Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes in Wahrheit lehrst:

 

22 Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht?

 

23 Er aber durchschaute ihre Arglist und sprach zu ihnen:

 

24 Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie sprachen: Des Kaisers.

 

25 Er aber sprach zu ihnen: So gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

 

26 Und sie vermochten nicht, ihn vor dem Volk bei einem Wort zu fassen, und verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen.

 

27 Es traten aber einige der Sadduzäer herzu, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gebe, und fragten ihn

 

28 und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat, und dieser kinderlos ist, so soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.

 

29 Nun waren sieben Brüder; und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos;

 

30 und der zweite

 

31 und der dritte nahm sie, desgleichen aber auch alle sieben; sie hinterließen keine Kinder und starben.

 

32 Zuletzt starb auch die Frau.

 

33 Wessen Frau von ihnen wird nun die Frau in der Auferstehung sein? Denn die sieben haben sie zur Frau gehabt. 34Und Jesus sprach zu ihnen: Die Söhne dieser Weltzeit heiraten und werden verheiratet;

 

35 die aber gewürdigt werden, jene Weltzeit und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, heiraten weder noch werden sie verheiratet;

 

36 denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.

 

37 Dass aber die Toten auferstehen, hat auch Mose beim Dornbusch angedeutet, wo er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.

 

38 Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben alle.

 

39 Da antworteten einige der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast gut geredet.

 

40 Denn sie wagten nicht mehr, ihn irgendetwas zu fragen.

 

41 Er sprach aber zu ihnen: Wie sagen sie, dass der Christus Davids Sohn sei?

 

42 Denn David selbst sagt im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,

 

43 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.

 

44 David nennt ihn also Herr; wie ist er dann sein Sohn?

 

45 Während aber das ganze Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:

 

46 Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern umhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern,

 

47 die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete verrichten; diese werden ein umso schwereres Urteil empfangen.

 

Kapitel 21

 

1 Er blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten warfen.

 

2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die zwei Scherflein hineinwarf,

 

3 und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle eingeworfen;

 

4 denn diese alle haben aus ihrem Überfluss zu den Gaben eingeworfen, sie aber hat aus ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie zum Leben hatte.

 

5 Und als einige über den Tempel sprachen, dass er mit schönen Steinen und Weihegaben geschmückt sei, sprach er:

 

6 Es werden Tage kommen, in denen von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht abgebrochen werden wird.

 

7 Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn dies geschehen, und was ist das Zeichen, wenn dies geschehen soll?

 

8 Er aber sprach: Seht zu, dass ihr nicht irregeführt werdet; denn viele werden in meinem Namen kommen und sagen: Ich bin es, und: Die Zeit ist nahe. Folgt ihnen nicht nach.

 

9 Wenn ihr aber von Kriegen und Aufständen hört, so erschreckt nicht; denn dies muss zuerst geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da.

 

10 Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Volk gegen Volk erheben und Königreich gegen Königreich,

 

11 und es werden große Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen, auch Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel wird es geben.

 

12 Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch den Synagogen und Gefängnissen übergeben, und ihr werdet vor Könige und Statthalter geführt werden um meines Namens willen;

 

13 das wird euch zum Zeugnis dienen.

 

14 So nehmt euch nun zu Herzen, nicht vorher zu überlegen, wie ihr euch verantworten sollt;

 

15 denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht werden widerstehen noch widersprechen können.

 

16 Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden überliefert werden, und man wird etliche von euch töten,

 

17 und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen.

 

18 Und kein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen.

 

19 Durch eure Geduld werdet ihr eure Seelen gewinnen.

 

20 Wenn ihr aber Jerusalem von Heeren umzingelt seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahe ist.

 

21 Dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen, und die in ihrer Mitte sind, sollen hinausziehen, und die auf dem Lande sind, sollen nicht in sie hineingehen;

 

22 denn das sind die Tage der Vergeltung, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht.

 

23 Wehe den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen; denn es wird große Not im Lande sein und Zorn über dieses Volk,

 

24 und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Völker, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.

 

25 Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird Angst der Völker sein in Ratlosigkeit beim Tosen des Meeres und der Wogen,

 

26 und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen wird; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.

 

27 Und dann werden sie den Menschensohn kommen sehen in einer Wolke mit großer Macht und Herrlichkeit.

 

28 Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.

 

29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume:

 

30 Wenn sie schon ausschlagen, so erkennt ihr von selbst, wenn ihr es seht, dass der Sommer schon nahe ist.

 

31 So sollt auch ihr, wenn ihr dies geschehen seht, erkennen, dass das Reich Gottes nahe ist.

 

32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.

 

33 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

 

34 Habt aber acht auf euch selbst, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Rausch und Trunkenheit und Sorgen des Lebens und jener Tag plötzlich über euch komme

 

35 wie eine Schlinge; denn er wird über alle kommen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen.

 

36 Wacht aber allezeit und betet, damit ihr stark werdet, diesem allem zu entfliehen, was geschehen soll, und vor dem Menschensohn zu stehen.

 

37 Er lehrte aber tagsüber im Tempel, nachts aber ging er hinaus und übernachtete auf dem Berg, der Ölberg heißt;

 

38 und alles Volk kam frühmorgens zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.

 

Kapitel 22

 

 

 

1 Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das Passa genannt wird.

 

2 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn umbringen könnten, denn sie fürchteten das Volk.

 

3 Es fuhr aber der Satan in Judas, der Iskariot genannt wird und zur Zahl der Zwölf gehörte;

 

4 und er ging hin und besprach mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihn ihnen ausliefern könnte.

 

5 Und sie freuten sich und kamen überein, ihm Geld zu geben.

 

6 Und er willigte ein und suchte eine günstige Gelegenheit, ihn ohne Volksauflauf an sie auszuliefern.

 

7 Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Passalamm geopfert werden musste;

 

8 und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passa, damit wir es essen.

 

9 Sie aber sagten zu ihm: Wo willst du, dass wir es bereiten?

 

10 Er aber sagte zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht,

 

11 und sagt zum Hausherrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann?

 

12 Und jener wird euch ein großes, mit Polstern ausgelegtes Obergemach zeigen; dort bereitet es.

 

13 Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passa.

 

14 Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm.

 

15 Und er sprach zu ihnen: Mit Verlangen habe ich mich gesehnt, dieses Passa mit euch zu essen, bevor ich leide;

 

16 denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes.

 

17 Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch;

 

18 denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt.

 

19 Und er nahm Brot, dankte, brach es und gab es ihnen mit den Worten: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.

 

20 Und ebenso den Kelch nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

 

21 Doch siehe, die Hand dessen, der mich ausliefert, ist mit mir auf dem Tisch.

 

22 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; doch wehe jenem Menschen, durch den er ausgeliefert wird.

 

23 Und sie begannen, sich untereinander zu befragen, wer von ihnen es wohl sei, der dies tun werde.

 

24 Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelte.

 

25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.

 

26 Ihr aber nicht so, sondern der Größte unter euch werde wie der Jüngste und der Führende wie der Dienende.

 

27 Denn wer ist größer: der zu Tisch Liegende oder der Dienende? Nicht der zu Tisch Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende.

 

28 Ihr aber seid die, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen;

 

29 und ich vermache euch, wie mir mein Vater vermacht hat, das Reich,

 

30 damit ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich, und ihr werdet auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

 

31 Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sieben wie den Weizen;

 

32 ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre; und du, wenn du einst umgekehrt bist, stärke deine Brüder.

 

33 Er aber sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, sowohl ins Gefängnis als auch in den Tod zu gehen.

 

34 Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.

 

35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ohne Beutel und Tasche und Schuhe aussandte, hat euch da etwas gefehlt? Sie aber sagten: Nichts.

 

36 Er sprach zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Beutel hat, nehme ihn, ebenso auch eine Tasche, und wer keines hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.

 

37 Denn ich sage euch, dass dieses Geschriebene an mir erfüllt werden muss: „Und er wurde unter die Gesetzlosen gerechnet"; denn was mich betrifft, geht zu Ende.

 

38 Sie aber sagten: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.

 

39 Und er ging hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit auf den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger.

 

40 Als er an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet.

 

41 Und er entfernte sich von ihnen etwa einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete

 

42 und sprach: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe.

 

45 Und er stand vom Gebet auf, kam zu den Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit,

 

46 und er sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet.

 

47 Während er noch redete, siehe, da kam eine Schar, und der, der Judas hieß, einer der Zwölf, ging ihnen voran und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.

 

48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuss lieferst du den Menschensohn aus?

 

49 Als aber die um ihn sahen, was geschehen würde, sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?

 

50 Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.

 

51 Jesus aber antwortete und sprach: Lasst ab, nicht weiter! Und er berührte das Ohr und heilte ihn.

 

52 Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Ältesten, die gegen ihn gekommen waren: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln?

 

53 Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.

 

54 Sie ergriffen ihn aber, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters; Petrus aber folgte von ferne.

 

55 Als sie mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und sich zusammensetzten, saß Petrus mitten unter ihnen.

 

56 Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen, blickte ihn scharf an und sagte: Auch dieser war mit ihm.

 

57 Er aber leugnete und sagte: Ich kenne ihn nicht, Frau.

 

58 Und kurz danach sah ihn ein anderer und sprach: Auch du bist einer von ihnen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin es nicht.

 

59 Und nach etwa einer Stunde behauptete ein anderer fest: Wahrhaftig, auch dieser war mit ihm, er ist ja auch ein Galiläer.

 

60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und sogleich, während er noch redete, krähte der Hahn.

 

61 Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an, und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn heute kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

 

62 Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

 

63 Und die Männer, die ihn festhielten, verspotteten ihn und schlugen ihn,

 

64 und sie verhüllten ihn und fragten ihn: Weissage, wer ist es, der dich geschlagen hat?

 

65 Und viele andere Lästerungen sprachen sie gegen ihn.

 

66 Und als es Tag wurde, versammelte sich die Ältestenschaft des Volkes, Hohepriester und Schriftgelehrte, und sie führten ihn ab in ihren Hohen Rat

 

67 und sagten: Wenn du der Christus bist, so sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, werdet ihr es nicht glauben;

 

68 und wenn ich frage, werdet ihr nicht antworten.

 

69 Von nun an aber wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.

 

70 Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt es, dass ich es bin.

 

71 Sie aber sagten: Was brauchen wir noch ein Zeugnis? Wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört.

 

 

Kapitel 23

 

1 Und die ganze Menge stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus.

 

2 Sie fingen aber an, ihn anzuklagen, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, wie er unser Volk aufwiegelt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und von sich sagt, er sei Christus, ein König.

 

3 Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es.

 

4 Pilatus aber sprach zu den Hohenpriestern und den Volksmengen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.

 

5 Sie aber beharrten und sagten: Er wiegelt das Volk auf, indem er in ganz Judäa lehrt, angefangen von Galiläa bis hierher.

 

6 Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei,

 

7 und als er erfuhr, dass er aus dem Herrschaftsbereich des Herodes war, schickte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen selbst auch in Jerusalem war.

 

8 Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn schon seit langer Zeit gern gesehen, weil er von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm geschehen zu sehen.

 

9 Er befragte ihn aber mit vielen Worten; er aber antwortete ihm nichts.

 

10 Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten aber standen dabei und klagten ihn heftig an.

 

11 Nachdem aber Herodes ihn samt seinen Soldaten verachtet und verspottet hatte, legte er ihm ein glänzendes Gewand um und schickte ihn zu Pilatus zurück.

 

12 An demselben Tag aber wurden Herodes und Pilatus miteinander Freunde; denn zuvor lebten sie in Feindschaft gegeneinander.

 

13 Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen

 

14 und sprach zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen gebracht als einen, der das Volk aufwiegelt; und siehe, ich habe ihn vor euch verhört und an diesem Menschen keine Schuld an dem gefunden, dessen ihr ihn anklagt.

 

15 Aber auch Herodes nicht; denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt, und siehe, nichts, was den Tod verdient, ist von ihm getan worden.

 

16 Ich will ihn also züchtigen und freilassen.

 

18 Sie aber schrien allesamt und sagten: Weg mit diesem, lass uns aber den Barabbas frei!

 

19 Der war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden.

 

20 Wieder aber redete Pilatus ihnen zu, weil er Jesus freilassen wollte.

 

21 Sie aber schrien dagegen und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn!

 

22 Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat dieser denn Böses getan? Ich habe keine Todesschuld an ihm gefunden; ich will ihn also züchtigen und freilassen.

 

23 Sie aber setzten ihm mit lauten Rufen zu und forderten, dass er gekreuzigt werde; und ihre Rufe nahmen überhand.

 

24 Und Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werde;

 

25 er ließ aber den frei, der wegen Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden war, den sie forderten; Jesus aber übergab er ihrem Willen.

 

26 Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten ihm das Kreuz auf, es hinter Jesus herzutragen.

 

27 Es folgte ihm aber eine große Menge des Volkes und Frauen, die klagten und ihn beweinten.

 

28 Jesus aber wandte sich zu ihnen und sprach: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch selbst und über eure Kinder.

 

29 Denn siehe, es kommen Tage, an denen man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben.

 

30 Dann wird man anfangen, zu den Bergen zu sagen: Fallt über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns!

 

31 Denn wenn man dies am grünen Holz tut, was wird am dürren geschehen?

 

32 Es wurden aber auch zwei andere, Übeltäter, mit ihm geführt, um hingerichtet zu werden.

 

33 Und als sie an den Ort kamen, der Schädelstätte heißt, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.

 

34 Sie aber verteilten seine Kleider und warfen das Los.

 

35 Und das Volk stand dabei und schaute zu. Auch die Obersten aber spotteten und sagten: Andere hat er gerettet; er rette sich selbst, wenn er der Christus Gottes ist, der Auserwählte.

 

36 Es verspotteten ihn aber auch die Soldaten, traten herzu, brachten ihm Essig

 

37 und sagten: Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!

 

38 Es war aber auch eine Aufschrift über ihm: Dieser ist der König der Juden.

 

39 Einer aber der gehenkten Übeltäter lästerte ihn und sagte: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns!

 

40 Der andere aber antwortete, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du nicht einmal Gott, da du in demselben Gericht bist?

 

41 Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

 

42 Und er sagte: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.

 

43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

 

44 Und es war schon etwa die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,

 

45 da die Sonne sich verfinsterte; der Vorhang des Tempels aber riss mitten entzwei.

 

46 Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Als er das gesagt hatte, verschied er.

 

47 Als aber der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sprach: Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Gerechter.

 

48 Und alle Volksmengen, die zu diesem Schauspiel zusammengekommen waren, schlugen sich, als sie sahen, was geschehen war, an die Brust und kehrten um.

 

49 Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Frauen, die ihm von Galiläa her gefolgt waren, und sahen dies.

 

50 Und siehe, ein Mann mit Namen Josef, ein Ratsherr, ein guter und gerechter Mann

 

51 dieser hatte ihrem Beschluss und Tun nicht zugestimmt, aus Arimathäa, einer Stadt der Juden, der auf das Reich Gottes wartete,

 

52 dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu

 

53 und nahm ihn ab, wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein in Fels gehauenes Grab, in dem noch niemand gelegen hatte.

 

54 Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.

 

55 Die Frauen aber, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, folgten nach und sahen das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde;

 

56 sie kehrten aber zurück und bereiteten wohlriechende Gewürze und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.

 

Kapitel 24

 

1 Am ersten Tag der Woche aber kamen sie in tiefer Morgenfrühe zum Grab und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten.

 

2 Sie fanden aber den Stein vom Grab weggewälzt,

 

3 und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.

 

4 Und es geschah, als sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtendem Gewand zu ihnen.

 

5 Als sie aber in Furcht gerieten und die Gesichter zur Erde neigten, sprachen jene zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

 

6 Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war,

 

7 und sagte, der Menschensohn müsse in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.

 

8 Und sie erinnerten sich an seine Worte.

 

9 Und sie kehrten vom Grab zurück und verkündeten dies alles den Elfen und allen übrigen.

 

10 Es waren aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen mit ihnen. Sie sagten dies den Aposteln,

 

11 und diese Worte erschienen vor ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht.

 

12 Petrus aber stand auf und lief zum Grab, und als er sich hineinbeugte, sieht er nur die Leinentücher, und er ging weg und wunderte sich bei sich über das Geschehene.

 

13 Und siehe, zwei von ihnen waren an eben diesem Tag unterwegs zu einem Dorf, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt liegt, mit Namen Emmaus,

 

14 und sie unterhielten sich miteinander über alle diese Ereignisse.

 

15 Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander überlegten, da näherte sich Jesus selbst und ging mit ihnen,

 

16 ihre Augen aber wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.

 

17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Worte, die ihr unterwegs miteinander wechselt? Und sie blieben traurig stehen.

 

18 Einer aber mit Namen Kleopas antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

 

19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sagten ihm: Das mit Jesus von Nazaret, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk,

 

20 und wie unsere Hohenpriester und Oberen ihn zum Todesurteil ausgeliefert und ihn gekreuzigt haben.

 

21 Wir aber hofften, dass er es sei, der Israel erlösen werde; doch bei alledem ist es heute der dritte Tag, seit dies geschehen ist.

 

22 Aber auch einige Frauen von uns haben uns in Bestürzung versetzt: Sie waren frühmorgens am Grab,

 

 23 und da sie seinen Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.

 

24 Und einige von denen, die bei uns sind, gingen zum Grab und fanden es so, wie auch die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

 

25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und trägen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben!

 

26 Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?

 

27 Und beginnend bei Mose und allen Propheten legte er ihnen in allen Schriften aus, was ihn betraf.

 

28 Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie gingen, und er tat, als wolle er weitergehen.

 

29 Und sie nötigten ihn und sagten: Bleib bei uns, denn es geht gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.

 

30 Und es geschah, als er sich mit ihnen zu Tisch legte, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen.

 

31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar.

 

32 Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz als er unterwegs mit uns redete, als er uns die Schriften aufschloss?

 

33 Und sie standen zur selben Stunde auf, kehrten nach Jerusalem zurück und fanden die Elf und die mit ihnen versammelt,

 

34 die sagten: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen.

 

35 Und sie erzählten, was unterwegs geschehen war und wie er von ihnen beim Brechen des Brotes erkannt wurde.

 

36 Während sie aber dies redeten, trat er selbst mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

 

37 Sie aber erschraken und gerieten in Furcht und meinten, einen Geist zu sehen.

 

38 Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr erschrocken, und warum steigen Zweifel in eurem Herzen auf?

 

39 Seht meine Hände und meine Füße: Ich bin es selbst. Betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr an mir seht.

 

40 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.

 

41 Als sie aber vor Freude noch nicht glaubten und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?

 

42 Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch;

 

43 und er nahm es und aß vor ihren Augen.

 

44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war: Alles muss erfüllt werden, was im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.

 

45 Da öffnete er ihnen den Verstand, sodass sie die Schriften verstanden,

 

46 und er sprach zu ihnen: So steht geschrieben, dass der Christus leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen wird

 

47 und dass in seinem Namen Umkehr zur Vergebung der Sünden allen Völkern verkündet wird. Beginnend in Jerusalem

 

48 seid ihr Zeugen dafür.

 

49 Und ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch; ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der Höhe bekleidet werdet.

 

50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien, und er erhob seine Hände und segnete sie.

 

51 Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben.

 

52 Und sie fielen vor ihm nieder und kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück,

 

53 und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.